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Genfer Verkehrsbetriebe (TPG)

Ziel ist vor allem ein gutes Verhandlugsresultat

Am 14. September beschlossen zwei Personalversammlungen bei den TPG einstimmig, gewerkschaftliche «Massnahmen zu aktivieren», um bei den allzu langwierigen Verhandlungen bald zum Ziel zu kommen. Doch wichtiger als ein rasches Resultat ist dem SEV ein gutes Resultat.

Das Personal des Depots Bachet votierte einstimmig für allenfalls nötige Kampfmassnahmen.

Im Depot Bachet versammelten sich über Mittag rund 90 Mitarbeitende, überwiegend aus dem Rollmaterialunterhalt. Mehrere Kollegen beklagten, dass die Direktion den hohen Arbeitsdruck, den Personalmangel, die vielen Langzeitkranken und die hohe Abwesenheitsrate zu wenig ernst nehme und sich insbesondere mit der Anstellung des fehlenden Personals zu viel Zeit lasse. Für zusätzliche Verärgerung sorgte, dass die Direktion das Personal offenbar nicht an die im Oktober geplante 40-Jahr-Feier der TPG einladen will. Einstimmig wurde eine Resolution verabschiedet, welche die Forderungen, darunter jene nach einer raschen Behebung des Personalmangels, auflistet und den Personalvertretern das Mandat erteilt, «die nötigen Massnahmen zu aktivieren».

Schwierige Verhandlungen

Auch die zweite Versammlung im Depot Jonction mit ca. 70 Teilnehmenden – darunter vor allem Fahrer/innen – verabschiedete die Resolution einstimmig. In der Diskussion beklagten «Springer» einmal mehr, dass sie ständig allzu kurzfristig die Löcher im Personalkörper stopfen müssen. «Die Direktion sagt, sie verstehe unsere Situation, unternimmt aber nichts dagegen», ärgerte sich ein Kollege.

Bei den laufenden Verhandlungen stösst der SEV mit seinen Forderungen nach mehr Vorhersehbarkeit für die «Springer» noch immer auf ungenügendes Entgegenkommen. So will die Direktion den «Springern» ihre Einsatzzeiten weiterhin erst am Abend vor dem Einsatztag bestätigen. Auch mit seinen Forderungen nach mindestens fünf Minuten Wendezeit an Endstationen und nach höchstens vierstündigen Fahreinsätzen ist der SEV noch nicht am Ziel.

«Die von der Direktion vorgeschlagenen Teilzeitmodelle sind interessant, nehmen aber auf die Verpflichtungen von Eltern mit Kleinkindern zu wenig Rücksicht», bedauert SEV-Gewerkschaftssekretärin Valérie Solano. Zudem soll das Einteilungsbüro einen Teil der Kompensationstage ohne Einverständnis der Teilzeiter/innen festlegen können. Das kommt für Personal und SEV nicht infrage. In weiteren Punkten stehen die Verhandlungen ebenfalls noch immer an.

Mehr Subventionen für TPG

Zusätzlichen finanziellen Spielraum für die Lösung dieser Probleme bringt hoffentlich ein neues Gesetz vom 21. September: Darin spricht das Kantonsparlament den TPG die nötigen Mittel zu, um wieder die gleichen Leistungen wie bis 2014 – vor der Tarifsenkung – erbringen zu können. Die TPG hoffen deshalb auf zusätzliche 20 bis 25 Mio. Franken vom Kanton.

ysa/Vas/Fi

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