SBB Personenverkehr riskiert Eigentor
Der SBB Personenverkehr hat heute Mittwoch eine weitere Reorganisation angekündigt. Die Gewerkschaft des Verkehrspersonals SEV beurteilt diese kritisch: 400 Mitarbeitende müssen den Arbeitsort wechseln. Das ist für sie keine Motivationsspritze. Es besteht die Gefahr, dass Mitarbeitende abspringen und mit ihnen Knowhow verloren geht. Die SBB unterläuft damit das eigene Ziel, die Qualität zu steigern.
«Diese neue Reorganisation kommt in einem Moment, in dem die vorhergehende noch nicht einmal umgesetzt ist», kritisiert SEV-Gewerkschaftssekretär Jürg Hurni. «Es handelt sich um eine weitere Zentralisierung. Zahlreiche Mitarbeitende sollen künftig an einem andern Ort arbeiten. Damit müssen sie längere Arbeitswege und finanzielle Einbussen in Kauf nehmen. Die Gefahr ist gross, dass Mitarbeitende demotiviert werden. Die SBB geht wissentlich das Risiko ein, dass erfahrene Mitarbeitende das Unternehmen verlassen. Dies ist dem eigentlichen Ziel, den Service für die Kundinnen und Kunden zu verbessern, nicht dienlich.»
Der SEV erwartet von der SBB, dass sie die Bedenken, die er während des Konsultationsverfahrens vorgebracht hat, stärker berücksichtigt. Der SEV fordert vor allem bessere Bedingungen für die vom Dienstortwechsel betroffenen 400 Mitarbeitenden. «Die Bedingungen müssen besser sein als das im GAV garantierte Minimum», betont Jürg Hurni. «Das ist im Interesse der Mitarbeitenden und des Unternehmens.»
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