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Delegiertenversammlung PV

DV PV: Pensionsgelder – Zeit für Teuerungsausgleich

Ohne Mikrofon, aber mit klarer und gut hörbarer Stimme eröffnete DV-Präsident Kurt Egloff am 19. Mai die 111. Delegiertenversammlung in Sargans. Insgesamt 37 Stimmberechtigte fanden sich im Hotel Post ein, um über die wichtigsten Geschäfte des Verbandes zu entscheiden.

Reglementsanpassung

In den kongresslosen Jahren findet jeweils die Delegiertenversammlung des SEV statt. Die Anzahl der Mandate der Unterverbände richtet sich nach der Zahl der vollzahlenden Mitglieder. Der PV verfügt derzeit über 18 Mandate, die von den Sektionen besetzt werden. Die Delegierten werden jährlich durch die Mitgliederversammlungen der Sektionen gewählt. Zur Diskussion stand eine Anpassung der Zuständigkeiten: Neu sollte der Zentralvorstand lediglich die Anzahl der Delegierten festlegen, während die Sektionen eigenständig über deren Nomination entscheiden würden. Dieser Vorschlag führte zu einer engagierten Debatte.

Zentralpräsident Roland Schwager erläuterte die geplante Änderung sachlich und diplomatisch. Gleichzeitig hielt er fest, dass es sich aus seiner Sicht um eine eher kleine Anpassung handle.

Die Mehrheit der Delegierten lehnte die Änderung jedoch ab. Damit bleibt das bestehende Reglement unverändert. Die Formulierung des betreffenden Abschnitts soll allerdings an der Herbstversammlung nochmals überprüft werden.

Politische Herausforderungen

Vizepräsident Marc Derungs brachte die Situation der Pensionskassen auf den Punkt: «Den Pensionskassen geht es gut.» Nun sei es an der Zeit, die Teuerung gesetzlich angemessen zu berücksichtigen. Aus seiner Sicht besteht politischer Handlungsbedarf, damit die vorhandenen Mittel den Pensionierten zugutekommen und nicht in erster Linie den Verwaltungen der Pensionskassen. Gleichzeitig verwies er auf weitere ungelöste Finanzierungsfragen, die ältere Menschen direkt betreffen – etwa die Umsetzung der 13. AHV-Rente. Auch die stetig steigenden Krankenkassenprämien beschäftigen die Pensionierten stark.

Zwar habe die Rentnerkommission das Thema aufgenommen, doch gegenüber der Kostenentwicklung werde vielfach eine gewisse Ohnmacht verspürt. «Politisch schiebt man sich den schwarzen Peter gegenseitig zu, und es bewegt sich nicht», kritisierte Marc Derungs. Besonders die geplante Erhöhung der Franchise werde finanziell schwächere Personen zusätzlich belasten.

Bilaterale im Fokus

Zum Abschluss der Delegiertenversammlung standen die Beziehungen zwischen der Schweiz und der EU im Mittelpunkt. Gastreferent Simon Burgunder, Koordinator Politik beim SEV, erläuterte die Bedeutung der bilateralen Verträge für die Schweiz.

Aus SEV-Sicht kommt vor allem dem Landverkehrsabkommen eine zentrale Rolle zu, da es für die Beschäftigten im Transportwesen von grosser Bedeutung ist. Die Verhandlungsergebnisse beurteilt der SEV als tragfähige Kompromisse, welche sowohl den Schweizer öffentlichen Verkehr als auch die bestehenden Lohn- und Arbeitsbedingungen schützen.

Im Anschluss blieb genügend Zeit für Gespräche und den persönlichen Austausch. Dieser sei für das Verbandsleben von grosser Bedeutung, betonte Zentralpräsident Roland Schwager. Daran änderte auch die leicht überzogene Mittagszeit nichts.

Renato Barnetta

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