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Nach der Ankündigung des Rücktritts von Andreas Meyer

Giorgio Tuti: "Die SBB muss den Service public wieder ins Zentrum stellen"

Giorgio Tuti am 22. November 2016 an der SEV-Demo gegen "Railfit "am SBB-Hauptsitz, Höhepunkt des Widerstands des Personals gegen das einschneidende Sparprogramm.

Es ist an der Zeit, dass die SBB sich wieder auf ihr Kerngeschäft besinnt und auch die Unternehmenskultur neu ausrichtet. Für die Gewerkschaft des Verkehrspersonals (SEV) ist klar, dass der Service public wieder ins Zentrum gestellt werden muss, und zwar mit guten Leistungen, einer hohen Sicherheit und angemessenen Preisen. «Das erreicht die SBB zuallererst mit Vertrauen ins eigene Personal, das weiss, wie Bahnbetrieb geht, und diesen mit Leidenschaft macht», betont Giorgio Tuti, Präsident des SEV.

Das Vertrauen der Eisenbahnerinnen und Eisenbahner in ihre Führung ist zurzeit klein. Der SEV fordert deshalb die SBB-Spitze auf, diese Signale ernst zu nehmen und auf das Personal zu hören, das den Bahnbetrieb letztlich macht. Dies ist auch für die Kundinnen und Kunden wichtig, die durch den tragischen Unfall verunsichert wurden. «Die SBB muss wieder ein Symbol für schweizerische Identität werden. Ihr angeschlagenes Image wird nur mit einem guten Kerngeschäft wiederhergestellt. Das heisst: hochstehende und sichere Leistungen zu einem angemessenen Preis. Aufgrund der unzähligen Sparprogramme hat die Qualität der Angebote in den letzten Jahren abgenommen. Diese Einsparungen haben Auswirkungen auf den Service public, und das Personal leidet unter den laufenden Reorganisationen», unterstreicht Giorgio Tuti.

Für die Eisenbahnerinnen und Eisenbahner sind die ständigen Reorganisationen zu Sparzwecken eine grosse Belastung und erschweren ihnen die verantwortungsbewusste Arbeit. Zumal ihre Vorschläge und Anregungen nicht berücksichtigt werden. «Das muss durch einen radikalen Wechsel der Kultur und der Kommunikation im Umgang miteinander geändert werden», ergänzt der SEV-Präsident.

Personal am Unternehmenserfolg beteiligen

Für den SEV ist eine Beteiligung des Personals an den guten Konzernergebnissen ein notwendiger erster Schritt, um die angeschlagene Motivation wieder zu verbessern. «Die SBB muss jedes Interesse daran haben, die gute Arbeit ihres Personals zu würdigen, um wieder ein vorbildlicher Arbeitgeber zu werden», schliesst Giorgio Tuti.

Weitere Auskünfte:

Giorgio Tuti, Präsident SEV, 079 221 45 64

Barbara Spalinger, Vizepräsidentin SEV, 079 642 82 64

Kommentare

  • Andreas Steiner

    Andreas Steiner16/09/2019 14:33:52

    Kurz zu meiner Person: ich bin ehemaliger Gewerkschafter SMUV/UNIA aber jetzt seit fünf Jahren pensionieret.
    Eure anliegen kann ich voll und ganz unterschreiben. Warum lanciert Ihr im Internet oder Analog keine Petition mit eben diesen Forderungen welche ALLE Personen mit gleicher Meinung unterschreiben können. Diese könnt Ihr dann der SBB Führung übergeben, damit sie sehen wie breit Eure berechtigten Anliegen abgestützt sind. Freundliche Grüsse Andreas Steiner

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