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SBB Cargo stellt Sozialpartnerschaft grundsätzlich in Frage

SEV sistiert Verhandlungen mit der SBB

Der SEV sagt den nächsten Termin der Verhandlungen um eine Weiterentwicklung des SBB-GAV ab. Grund dafür ist die Ankündigung von SBB Cargo, bei der bevorstehenden Gründung einer neuen Gesellschaft für das internationale Gütergeschäft keinen Gesamtarbeitsvertrag fürs Büropersonal vorzusehen.

«Das ist eine Kampfansage an die Sozialpartnerschaft», betont SEV-Vizepräsident Manuel Avallone, der für alle SBB-Geschäfte zuständig ist und auch die gewerkschaftliche Verhandlungsdelegation für den GAV SBB leitet. Im Rahmen der standardisierten Konsultation bei Reorganisationen hatte die Gewerkschaft des Verkehrspersonals SEV der SBB klar und deutlich mitgeteilt, dass ein Gesamtarbeitsvertrag für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der neuen Gesellschaft zwingend ist, also auch fürs Büropersonal.

«Solange eine vertragliche Sozialpartnerschaft für die neue Gesellschaft durch die SBB in Frage gestellt wird, macht es keinen Sinn, mit ihr Verhandlungen über ein neues Lohnsystem zu führen», erläutert Gewerkschaftssekretär Philipp Hadorn. Der SEV hat deshalb heute der SBB mitgeteilt, dass er den für kommenden Samstag angesetzten Verhandlungstermin ausfallen lässt. «Wir stehen jederzeit für klärende Gespräche zur Verfügung», ergänzt Manuel Avallone. «Wenn es bezüglich der neuen Cargo-Gesellschaft zu einer Einigung kommt, können die Arbeiten an der GAV-Weiterentwicklung fortgesetzt werden.»

Der SEV hatte im Rahmen der Konsultation die Forderung nach einem GAV für alle als wichtigsten Punkt aufgeführt. Weiter verlangt er Arbeitsplatzsicherheit für alle Betroffenen und eine Ansiedlung der neuen Gesellschaft in der Schweiz. Eine Petition zur Unterstützung dieser Forderungen bei den Betroffenen wird demnächst der SBB übergeben.

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