Europäisches Jahr der Eisenbahnerinnen und Eisenbahner

Schweizer Bähnler/innen an einer ETF-Demo in Brüssel während der Aktionswoche Fair Transport Ende März 2019.

Die Europäische Union hat 2021 zum «Jahr der Schiene» erklärt. Damit will sie Werbung machen für die Eisenbahn als nachhaltiges Verkehrsmittel, um ihre Klimaschutzziele zu erreichen und Bahnprojekte voranzubringen. Für die Gewerkschaften ist es das «Jahr der Eisenbahnerinnen und Eisenbahner»: Sie erinnern an die entscheidende Rolle des Personals für diesen nachhaltigen Verkehrsträger, der beim Klimaproblem Teil der Lösung ist.

Leider ging in den ersten EU-Erklärungen zum Jahr der Schiene das Bahnpersonal vergessen, obwohl keine Bahn ohne Arbeiterinnen und Arbeiter verschiedenster Berufe funktionieren kann – Automation hin oder her. Denn sogar beim noch seltenen vollautomatischen Betrieb einzelner Untergrund- oder Standseilbahnen braucht es immer noch mindestens Reinigungs-, Unterhalts-, Überwachungs-, Billettstichkontroll- und Interventionspersonal für Notfälle.

Gewerkschaften im Year of Rail

Umso klarer stellt die Europäische Transportarbeiter-Föderation (ETF), die als Dachverband die Bahngewerkschaften aller europäischen Länder und ihre Mitglieder in Brüssel vertritt, das Bahnpersonal in den Mittelpunkt ihrer Aktivitäten zum Jahr der Schiene.

Im Zuge von Liberalisierung, Privatisierung, Auslagerungen, Ausschreibungen und sonstigem Wettbewerb, wie sie in den letzten 20 Jahren durch die Eisenbahnpakete der EU gefördert wurden, hat das Sozialdumping bei vielen europäischen Bahnen zugenommen, wenn dieses auch weniger bekannt ist als jenes im Strassenverkehr. Die Schichtarbeit rund um die Uhr und die harte Arbeit draussen bei jedem Wetter werden oft nicht angemessen entschädigt, sodass es nicht verwundert, dass viele Bahnen Mühe haben, die in Pension gehenden Babyboomer durch Junge zu ersetzen, sofern sie dafür überhaupt die nötigen Mittel haben.

Zu diesen und weiteren Problemen des Bahnpersonals planen die ETF und die ihr angeschlossenen Bahngewerkschaften, darunter auch der SEV in der Schweiz, verschiedene Veranstaltungen und Aktionen, über die wir auf dieser Webseite laufend berichten wollen.

Veranstaltungen von/mit SEV und ETF

Donnerstag 16.09.2021, 13:30 bis ca. 17:30 Uhr, Diskussionsveranstaltung (mit Live-Streaming) der deutschen Bahngewerkschaft EVG zum Thema "Das Europäische Jahr der Schiene und die Bundestagswahl: Wie kann ein sozial-ökologischer Neustart der Verkehrspolitik gelingen?" Eingeladen ist auch SEV-Präsident Giorgio Tuti neben den Chefs der Bahn-Schwestergewerkschaften in Österreich (Vida) und Luxemburg (FNCTTFEL/Landesverband).

> Livestreaming-Aufnahme unter https://youtu.be/8xtsP7nXKKc (oder unter www.evg-online.org)

> Einladung mit mehr Infos zum Inhalt und den Redner/innen (klicken)

29.06.2021, 9:30 bis 11:00 Uhr: Online-Veranstaltung "Bahn frei für Frauen? – Hebel zur Erhöhung des Frauenanteils im Eisenbahnsektor, konkret am Beispiel Österreichs", organisiert von der österreichischen Gewerkschaft Vida und der AK Wien, Abteilung Umwelt und Verkehr. Mit Giorgio Tuti, Präsident SEV. Programm (als PDF): 9.30 Begrüssung; 9.40 Input-Referate von Giorgio Tuti und Sandra Gott-Karlbauer, Geschäftsführerin ÖBB-Technische Services GmbH; 10:00 Podiumsdiskussion: Welche Hebel gibt es, konkret am Beispiel Österreichs, um mehr Frauen in Eisenbahnverkehrsunternehmen zu gewinnen und zu halten?
Zusammenfassung (hier klicken).

29.03.2021, digitale Kickoff-Veranstaltung der EU zum Year of Rail (auf Englisch): Mit diesem fast vierstündigen Live-Streaming lancierte die EU offiziell das Europäische Jahr der Schiene: https://www.youtube.com/watch?v=lYw5WvME7GI&list=WL&index=5&t=790s (Achtung: Sendung beginnt erst ab 19’41’’, vorher sieht man nur ein Standbild). Diskussionsteilnehmer war auch SEV-Präsident Giorgio Tuti, als Präsident der Sektion Eisenbahn der ETF -> mehr dazu hier.

24.02.2021, etf-talks (auf Französisch): Was bedeutet das Europäische Jahr der Schiene für die Bähnler/innen? Es diskutieren Karima Delli, Vorsitzende des Ausschusses für Verkehr und Tourismus (TRAN) des Europäischen Parlaments, und Giorgio Tuti, Präsident der Sektion Eisenbahn der Europäischen Transportarbeiter-Föderation (ETF) und Präsident SEV. Moderation: Sabine Trier, stellvertretende ETF-Generalsekretärin. > https://m.youtube.com/watch?v=oXb1UlVnaUI&feature=youtu.be

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Webseiten, diverse Artikel, Audios, Videos

Webseite European Year of Rail

20.02.2021, Sendung «International» von Radio SRF 1 (auf Deutsch):Im Nachtzug nach Brüssel: EU-Verkehrspolitik ohne Fahrplanhttps://www.srf.ch/play/radio/redirect/detail/8206622a-c4dd-45cd-86e3-0c1396c81785 

15.02.2021, ETF: Plus de 70 postes de cheminots en jeu – L’Année européenne du rail démarre mal en Belgique (englisch/franz.) > https://www.etf-europe.org/over-70-railway-workers-positions-at-stake-european-year-of-rail-off-to-a-bad-start-in-belgium/​