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Tessin

SBB Cargo: SEV übergibt Forderungen an die Konzernleitung

Betroffene der Abbaumassnahmen bei SBB Cargo im Tessin haben an einer SEV-Versammlung Ende Mai einstimmig beschlossen, sich mit einer Resolution direkt an die Konzernleitung zu wenden. Die Resolutionsübergabe erfolgte am 2. Juni in Bern-Wankdorf.

Nach der erneuten Ankündigung von Redimensionierungen traf sich das Tessiner Cargo-Personal auf Einladung des SEV am 25. Mai zu einer Versammlung in Mendrisio. Das Personal kritisiert die Haltung der Führung, die einmal mehr SBB Cargo schwächt und damit sowohl die Arbeitsplätze als auch die Qualität des Angebots für die Kundschaft aufs Spiel setzt, statt die menschlichen und beruflichen Qualitäten im Unternehmen zu schätzen und nutzen.

Die Resolution, die das Personal am 2. Juni in Bern der Konzernleitung übergeben hat, zielt auf den Schutz des Personals und den Erhalt der strategischen Fähigkeiten, die über die Jahre im Unternehmen zusammengekommen sind. Die Hauptforderungen sind:

  • Gleiche Behandlung aller betroffenen Beschäftigten;
  • Kurzzeitige Beschäftigung des zurzeit überzähligen Personals in anderen Divisionen oder Betrieben (Personenverkehr, Infrastruktur, SBB Cargo International, TILO) unter Beibehaltung des Arbeitsplatzes im Tessin und mit einer Rückkehrgarantie innerhalb von drei Jahren;
  • Lohn- und Vorsorgegarantien mindestens auf dem heutigen Niveau für jene, die freiwillig wechseln;
  • angemessene Entschädigungen bei Wechsel des Arbeitsortes;
  • Aufbau neuer Funktionen, beispielsweise Teams für systematische – insbesondere akustische – Kontrollen bei Güterzügen, die in Chiasso und Luino ins Schweizer Netz einfahren, um die Sicherheit der Bahn zu steigern;
  • Schaffung spezifischer Modelle von Teilzeitarbeit;
  • Unterstützung für Mitarbeiter:innen, die sich für temporäre Beschäftigungen in anderen Regionen der Schweiz zur Verfügung stellen, mit Abdeckung aller Zusatzkosten für die ganze Zeit und einem Rückkehrrecht spätestens nach 3 Jahren;
  • Anreize für vorzeitige Pensionierungen;
  • ausreichende Bedenkfrist für die Beurteilung der Vorschläge des Unternehmens.

Die Übergabe der Forderungen erfolgte zu einem symbolisch bedeutenden Zeitpunkt. Wenige Tage zuvor hatte die SBB den zehnten Jahrestag der Eröffnung des Gotthardbasistunnels gefeiert, wo sie dessen Bedeutung für die Mobilität in Europa hervorhob. Dabei zeigte sich ein markanter Widerspruch: Im Schatten der plakativen Darstellung der Erfolge der Neuen Alpentransversale verschwand die Realität des Güterverkehrs, für den diese Linie überhaupt gebaut wurde. Dies wiegt umso schwerer, als sich das Schweizer Volk mehrfach klar für die Verlagerung der Güter von der Strasse auf die Schiene ausgesprochen hat.

Die SEV-Delegation forderte zudem, dass die beiden Tochterunternehmen des SBB-Konzerns, die Güterverkehr betreiben, besser kooperieren sollen. Angesichts der im Tessin entstandenen Beschäftigungssituation mit überzähligem Lokpersonal bei SBB Cargo und Lokpersonalmangel bei SBB Cargo International sowie angesichts der Tatsache, dass die Kenntnisse des Personals beider Unternehmenseinheiten praktisch identisch sind, wäre es unsinnig, nicht umgehend eine Zusammenarbeit einzugehen.

Veronica Galster

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