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SBB Historic

GAV nicht erwünscht

Mit bemerkenswerter Sturheit ignorieren Geschäftsleitung und Stiftungsrat von SBB Historic den Wunsch ihrer Mitarbeitenden nach einem GAV: Sie haben sich bei Verhandlungen mit dem SEV am 21. September schlicht geweigert, auf diese Forderung ihres Personals einzutreten.

Mentalität von gestern: Bild aus dem Online-Archiv von SBB Historic.

Am 2. März hatte das aargauische Einigungsamt entschieden, dass die Mitarbeitenden von SBB Historic befragt werden müssen, ob sie weiterhin einen GAV wollen. Sollte dies der Fall sein, so müsse verhandelt werden. Die Mitarbeitenden haben sich in einer Abstimmung für einen GAV ausgespro-chen. Trotzdem will SBB Historic weiterhin unter keinen Umständen einen GAV, wie an der Verhandlungsrunde am 21. September rasch klar wurde. Weder auf eine Einbindung des Personalreglements in einen verbindlichen GAV, noch auf grössere Transparenz bezüglich der Löhne wollten sie eingehen. Damit ist die Verhandlung gescheitert.

Die Beteuerungen, dass man das Personal wertschätze, erweisen sich somit als ziemlich laut, trotz der Passage im Reglement, dass bei Änderungen das Personal mitreden darf. Mitreden ist nämlich nicht Mitentscheiden, was mit einem GAV möglich wäre. Da im Reglement die allermeisten Passagen des GAV übernommen wurden, wird auch klar, dass es im Grunde nur darum ging, dieses Mitentscheiden abzusägen. Der Wunsch von SBB Historic nach Flexibilität ohne Zustimmung des Personals muss daher bedeuten, dass man schlicht nicht will, dass es mitentscheidet. Der SEV bedauert diese sture Haltung und Verweigerung der Sozialpartnerschaft, die mit den Vorgängern der heutigen Leitung fast 20 Jahre gut und unaufwändig funktioniert hat.

Barbara Spalinger, Vizepräsidentin SEV
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