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SBB Infrastruktur Instandhaltung

Pilotprojekt NORS dank SEV gebremst

Der Weg führt ins Nichts mit NORS, daher setzt der SEV den Prellbock.

So geht es nicht weiter mit NORS, dem «Neuen Organisationsmodell der Region Süd» bei SBB Infrastruktur Instandhaltung! Das war und ist die Forderung des SEV. Nachdem der SEV dem Leiter der Division Infrastruktur, Jacques Boschung, direkt aufzeigen konnte, welch riesigen Probleme das Pilotprojekt der Organisation und dem Personal bringt, war auch dem Infrastrukturchef klar: So geht es nicht!

Tägliches Chaos auf den Baustellen und bei der Personaldisposition. Dauernde kurzfristige Änderungen der Personaleinsätze für das Personal. Leerläufe noch und noch. Und es wurde und wird nicht besser. Das sind die Folgen des Pilotprojekts NORS, das am 1. Januar 2019 gestartet wurde, trotz der Vorbehalte des SEV.

Schon im Spätsommer 2018, als die SBB das Projekt NORS ihren Sozialpartnern im Leitfaden-Verfahren vorstellte, hatte sich der SEV extrem skeptisch gezeigt und eine ganze Reihe von Problemen und Fragen aufgelistet, auf die er oft keine überzeugenden Antworten bekam. Seine grossen Bedenken meldete er im September 2018 in einem SEV-Info mit dem Titel «NORS: Ein Pilot mit vielen Fragezeichen» mit aller Deutlichkeit an. Besondere Zweifel hatte er an der Zerschlagung der bisherigen Teamstrukturen. Und der SEV bestand darauf, dass die Bezeichnung «Pilotversuch» kein Etikettenschwindel sein dürfe, sondern dass man das Projekt auch korrigieren oder abbrechen können muss.

Im April 2019 meldete dann die SEV-Zeitung: «Totaler Fehlstart bei NORS». Der SEV erreichte damals, dass die nächste Region keinesfalls vor 2021 «drankäme». Auch gab es erste Korrekturen. Doch die grosse Frage blieb: Ist NORS überhaupt so zu reparieren, dass das Personal einfach wieder arbeiten kann?

«Nach elf Monaten NORS stellen wir fest: Das Chaos ist quasi Programm», sagt Gewerkschaftssekretär Urs Huber, der beim SEV das Team SBB Infrastruktur leitet und NORS von Beginn an aufmerksam und kritisch verfolgt hat. «In der Disposition und in den Büros sind die Mitarbeitenden dauernd am Anschlag, und draussen verzweifeln oder resignieren die Kollegen und Kolleginnen ab dem Chaos. NORS ist eine offensichtliche Fehlkonstruktion.»

Virus NORS darf übrige Regionennicht befallen

Mit unzähligen Beispielen ist es dem SEV inzwischen gelungen, der Divisionsleitung darzulegen, dass bei NORS auch aktuell noch viel zu viel schlecht läuft. Ende November fasste ein SEV-Info die Mängel so zusammen:

  • Für die Region Süd fordert der SEV massive Korrekturen. Insbesondere müssen die Teams wieder im alten Sinn zusammen funktionieren!
  • Die Disposition und Planung muss stabil und langfristiger werden!
  • An entscheidenden Stellen braucht es unbedingt Leute, die die Materie kennen!
  • Bei Schlüsselfunktionen aller Bereiche ist der Erhalt bestehender, erfahrener Mitarbeiter/innen vordringlich!

Mitarbeitende bei der Stange halten

«Die Schönfärberei der Verantwortlichen muss endlich aufhören», unterstreicht Urs Huber. «Um aus dem Schlamassel NORS rauskommen zu können, braucht es die richtigen Leute am richtigen Ort. Kümmert euch um die Menschen, statt immer nur um die Prozesse!»

NORS bleibt vorerst ein Versuch

Urs Huber ist sehr froh, dass NORS nun entgegen den Plänen der Verantwortlichen nicht einfach übernommen wird, sondern als Pilot weitergeführt wird. «Das heisst nichts anderes als: NORS kann so nicht ein- und weitergeführt werden. Wir danken ausdrücklich dem Leiter Division Infrastruktur, dass er bereit war, dem SEV und den Kollegen zuzuhören, und dann eingegriffen hat», sagt Urs Huber und ergänzt: «Wir begleiten und beobachten NORS weiter, was mit viel Aufwand verbunden ist. Und wir bleiben sehr skeptisch, ob NORS je funktionieren wird.»

SEV-Info/Markus Fischer

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Chaos-Projekt NORS radikal überprüfen!

Urs Huber*

Das Projekt NORS bei Instandhaltung Infra SBB ist für alle Betroffenen eine Zumutung. Viele Mitarbeitende aller Ebenen und Bereiche verzweifeln oder resignieren. So kann man nicht arbeiten. Ja, es ist ein Pilot. Aber wenn man es in elf Monaten nicht geschafft hat, wesentliche Fortschritte im Chaos zu machen, sollte man den Pilot landen. Lieber eine unsanfte Landung als ein Totalabsturz. Für den SEV gilt:

  • Das Projekt NORS ist ein höchst schädlicher Virus, der die anderen Regionen nicht auch noch befallen darf!
  • NORS bleibt ein Pilot. Aber damit ist in der Region Süd noch niemandem geholfen. Für den SEV ist klar: Feste Teamstrukturen sind ein Muss. Fachkenntnisse vor Tools, denn Tools ohne Fachkenntnisse führen ins Nirvana. Erhalt von Know-how um jeden Preis!
  • Und nicht zu vergessen: Es braucht auch eine echte Lösung für die selbstverursachten Probleme einer zweisprachigen Region.

Schnelles Handeln ist angesagt. NORS als Projekt ist uns als SEV egal, unser Fokus ist das Wohl und die Zukunft der Mitarbeitenden – und damit auch der Organisation.

* Urs Huber ist Gewerkschaftssekretär SEV und Leiter des SEV-Teams Infrastruktur.

Kommentare

  • Rolf Schenk

    Rolf Schenk05/12/2019 09:45:15

    Eigentlich schade, denn bei der Neuorganisation Region Ost hätte sich das perfekt passende Kürzel ergeben... Ironie off :)

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