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Zeit, um Bilanz zu ziehen

Die erste Jahreshälfte ist um. Zeit also, Bilanz zu ziehen. Es liegen intensive Monate hinter uns. Aus gewerkschaftlicher Sicht gab und gibt es weiter grosse Herausforderungen in der Schweiz und europaweit.

Sehr zeitintensiv für den SEV waren die harten Verhandlungen über den GAV SBB/SBB Cargo, die nun in die Sommerpause und danach in die nächste Runde gehen. Der Ton ist milder geworden, dennoch sind noch lange nicht alle Hürden beseitigt. Wir müssen weiter alle Energien für einen guten GAV mobilisieren. Aber nicht nur die SBB hat uns beschäftigt. Auch bei der BLS wurden aufgrund der Revision des Arbeitszeitgesetzes und der Verordnung Anpassungen im GAV nötig. Die Verhandlungen konnten mit einem erfreulichen Ergebnis abgeschlossen werden.

Ein Wort begegnete uns im ersten halben Jahr immer wieder: «Streik!» Nicht nur die Mitarbeitenden der SNCF in Frankreich oder von Trenord in Italien legten die Arbeit aus Protest gegen die Verschlechterung ihrer Arbeitsbedingungen nieder. Auch in der Schweiz gehen die Angestellten zunehmend für ihre Anliegen auf die Strasse oder unterbrechen ihre Arbeit. So wie im Tessin beim Streik des ehemaligen NLM-Personals. Der angekündigte Streik bei den TPG in Genf konnte – nicht zuletzt dank unserer Arbeit – im letzten Moment noch abgewendet werden.

Seit Anfang Jahr sind besonders viele neue Mitglieder zum SEV gestossen. Das freut uns sehr und ist das Resultat von guter Gewerkschaftsarbeit und Engagement. Mit dem gleichen Engagement gilt es, in die 2. Jahreshälfte zu gehen. Ich bin zuversichtlich!

Unsere Zeit ist geprägt durch Digitalisierung, Flexibilisierung und Gewinnorientierung. Die Herausforderungen für die Arbeitnehmenden und damit auch für die Gewerkschaften werden dabei nicht kleiner. Ich bin sicher, dass wir auch in den nächsten Monaten den einen oder anderen Kampf austragen werden, national, wie auch international, wo nach der Ablehnung des Mobilitätspakets der EU die Uhren wieder auf null gestellt und neue Kompromisse ausgehandelt werden müssen. Es ist an uns, die Rahmenbedingungen der Zukunft mitzugestalten. Der SEV ist gut aufgestellt und bereit dafür!

Ich wünsche all unseren Kolleginnen und Kollegen eine schöne Sommerzeit.

Giorgio Tuti, SEV-Präsident

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