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Konferenz GAV SBB/SBB Cargo vom 9. Mai

GAV SBB/SBB Cargo: Wirgeben nicht nach!

Die GAV-Konferenz hat sich am 9. Mai getroffen, obschon die GAV-Verhandlungen erst am (heutigen) 17.Mai weitergehen. Noch sind die Positionen weit voneinander entfernt.

«Wir wollen gerecht entlöhnt werden und anerkannt für das, was wir für die SBB leisten!» Tosender Applaus. «Die SBB handelt derart arrogant, dass sie jetzt auch Lösungen finden muss. Sie ist aufgefordert, einen Ausweg aus der Sackgasse zu suchen.» Erneut tosender Applaus.

Die Stimmung ist noch genau gleich wie zu Beginn der GAV-Verhandlungen. Das Personal schluckt den von der Direktion der SBB geforderten Abbau des Gesamtarbeitsvertrages nicht. Wir erinnern uns: Sie will Produktivitätssteigerung, Lohnabbau, Ferienkürzungen und erleichterte Entlassungen …

Die Verhandlungsgemeinschaft des Personals ihrerseits fordert einen besseren Gesundheitsschutz im Zusammenhang mit den neuen Arbeitsformen, die die Digitalisierung bringt, und einen besseren Lohnanstieg.

Wie weiter?

Wie geht es nun weiter? «Wir müssen fest bleiben!» — «Wir müssen die Zähne zeigen!» – «Wir können nicht nachgeben und werden nicht nachgeben!» Alles klar?

Trotz allem hat die Konferenz ihren Willen zu Verhandlungen bekräftigt. «Manchmal muss man ohne Emotionen an eine Sache herangehen», sagte ein Delegierter. Die Konferenz hat der Delegation des SEV deshalb das Mandat erteilt, Lösungen zu suchen. «Wir sind gegenwärtig am Diskutieren. Noch ist nicht abzusehen, wo es einen Spielraum geben könnte, um einen Ausweg zu finden», sagt SEV-Vizepräsident Manuel Avallone, der Leiter der Verhandlungsgemeinschaft.

Präsident Giorgio Tuti rief in Erinnerung, dass «am Ende ihr hier es seid, die über die Fortsetzung entscheiden, ob die Verhandlungen zu einer Lösung führen oder nicht. In der Zwischenzeit wiederholte Giorgio Tuti die Notwendigkeit, sich für diesen GAV einzusetzen.

Der Ball liegt jetzt bei der SBB. Nach der nächsten Verhandlungsrunde vom 17. Mai wissen wir mehr.

Vivian Bologna/pan.

Kundenzufriedenheit im Rückwärtsgang

Die Zufriedenheit der SBB-Kundschaft nimmt ab. Vor dem Hintergrund der harzigen GAV-Verhandlungen lohnt sich ein vertiefter Blick auf eine Ktipp-Umfrage.

Seit Jahren wird die SBB von ihren Kundinnen und Kunden kritisiert. Die Direktion ihrerseits lässt keine Gelegenheit aus, um die Qualität ihrer Dienstleistungen hervorzuheben. Der Ktipp wollte es genauer wissen und beauftragte das Marktforschungsunternehmen GfK mit einer repräsentativen Umfrage. Wichtigste positive Erkenntnis: Die Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft des Personals wird sehr geschätzt. Dies sollte auch die SBB-Direktion aufwecken und zum Überdenken ihrer Abbaupläne bewegen.

Die Resultate der Umfrage bekräftigen auch den SEV, der den Stellenabbau, die Rationalisierungen und die Verschlechterung der Arbeitsbedingungen kritisiert.

Besonders streng fällt die Ktipp-Umfrage bezüglich Sauberkeit aus. 41% der Befragten bewerten die WCs in den Zügen als ungenügend sauber. Bei der letzten Umfrage im 2012 waren es 33%. «Diese Zahlen überraschen kaum», kritisiert Jürg Hurni, SEV Gewerkschaftssekretär, der sich auch um die Anliegen der Kolleginnen und -Kollegen der Zugbereitstellung kümmert, «denn die Zeit, die zur Reinigung bleibt, wird stetig gekürzt.»

Ein weiterer Kritikpunkt sind die langen Wartezeiten am Schalter. Da verpasst schon auch mal ein Kunde oder eine Kundin den Zug. Auch die kürzeren Öffnungszeiten werden kritisiert. «Die Kundschaft kann nicht einfach an den Automaten geschoben werden», ärgert sich Jürg Hurni, «denn es gibt ein Bedürfnis nach qualitativ hochstehenden Dienstleistungen am Schalter. Das Verkaufspersonal tut sein Bestes, trotz grossem Druck. Und jedes Jahr reduziert die SBB die Anzahl Schalter noch weiter. Diese Salamitaktik muss endlich aufhören!»

Am schlechtesten schneidet die Preispolitik der SBB ab. Grund dafür sind vor allem die Spartickets, die nur online verfügbar sind und eine vorgängige Reiseplanung bedingen. In diesem Zusammenhang muss auch die negative Bewertung des Preis-Leistungsverhältnisses betont werden, was angesichts steigender Preise und sinkender Qualität wenig erstaunt.

Werden nun, wie von der SBB signalisiert, die Arbeitsbedingungen und Löhne des Personals verschlechtert, ist eine weitere Abnahme der Kundenzufriedenheit wohl die logische Konsequenz.

vbo/chf

Kommentare

  • Hanspeter Kropf

    Hanspeter Kropf 17/05/2018 00:39:36

    Vielleicht wäre eine Vernünftige Lösung, einen Schienen GAV auszuhandeln statt nur mit den SBB. Das würde dann bewirken, dass die vom BAV geförderte Scheinkonkurrenzdiskussion nicht mehr auf dem Buckel der Angestellten ausgetragen werden kann. Vor finanzstarken Mitbewerbern aus dem Ausland haben ALLE Angst, auch Jordi.

  • Jürg Fuhrimann

    Jürg Fuhrimann 17/05/2018 07:29:23

    auch unsere sbb muss begreifen das nur mit zufriedenen personal eine gute kundenzufriedenheit erreicht werden kann !!!
    bitte sev/zpv bleibt hart und errinert die mänätscher der sbb daran das am ende der verhandlungen auch ein streik kommen könnte.

  • Philippe Häller

    Philippe Häller 17/05/2018 10:09:10

    Pour répondre à Hanspeter Kropf,
    Je suis d'accord avec toi, mais justement les autres CCT des compagnies ferroviaires se basent sur celle des CFF. C'est une raison de plus pour la défendre!

  • Daniel Moreira

    Daniel Moreira 24/05/2018 07:19:01

    Guten Tag Zusammen

    Im letzten Newsletter GAV NR. 10, ist nicht ersichtlich was mit der Treueprämie und die Regionalzulagen in Zukunft geschehen wird.
    Zur Info: Die Stunden für das Zukunftsmodell "Flexa" wird aus dem Jahreslohn und die Regionalzulagen berechnet. Bei einer Abschaffung der Regionalzulagen, werden die Mitarbeiter weniger Geld bekommen für die angesammelten Stunden.

    Freundliche Grüsse
    Daniel Moreira

  • jmatter

    jmatter 24/05/2018 09:53:36

    @Daniel Moreira:
    Treueprämie und Regionalzulage sind nach wie vor im Verhandlungspaket mit der SBB. Für den SEV haben diese Punkte höchste Priorität.
    Wir haben bis jetzt keine Zugeständnisse gemacht. Unsere «No go» sind dieselben geblieben.

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