Kostendruck der Besteller hat Auswirkungen
BLS geht der falsche Weg
Der Kostendruck der Besteller (Kantone und Bund) hat nun erste – einschneidende – Konsequenzen bei der BLS: Er fordert Opfer beim Personal, und auch die Kund:innen werden davon nicht verschont bleiben. Dies kritisiert der SEV, die Gewerkschaft des Verkehrspersonals, deutlich.

Stellenabbau über natürliche Abgänge
Bis 2030 soll der Personalbedarf um rund 40 Vollzeitstellen sinken. Katrin Leuenberger, SEV-Gewerkschaftssekretärin: "Wir erwarten von der BLS, dass sie Entlassungen verhindert und alles daransetzt den Stellenabbau über natürliche Abgänge sozialverträglich aufzufangen." Personalkürzungen dürfen nicht zum ersten Mittel der Wahl beim Sparen werden. Die BLS muss zuerst alle anderen Möglichkeiten für Einsparungen konsequent prüfen und verfolgen, bevor Stellen abgebaut werden.
Schliessung von Reisezentren bedeutet Service-public-Abbau
In den nächsten vier Jahren werden sechs Reisezentren geschlossen, bei weiteren werden die Öffnungszeiten reduziert. Dieser Abbau des Service public hat nicht nur direkte Folgen für die betroffenen Mitarbeitenden und die Kundschaft, sondern bedeutet auch eine Verarmung und Anonymisierung der betroffenen Bahnhöfe: Wenn kein Bahnpersonal mehr für Auskünfte vor Ort ist, nehmen auch Sachbeschädigungen zu.
Weniger Zugbegleitung bedeutet weniger Sicherheit und Service
Auf der Strecke Bern–Langnau–Luzern soll die ständige Begleitung ganz wegfallen und auf der Linie Spiez–Zweisimmen nur noch tagsüber gewährleistet werden. Das trifft Mitarbeitende und Kund:innen gleichermassen: "Die beschlossenen Massnahmen führen zu Verschlechterungen im Service für die Kund:innen und weniger Sicherheit in den Zügen. Spardruck darf nicht zulasten von Qualität und Sicherheit gehen", hält Marcel Burmeister, Gewerkschaftssekretär SEV, fest.
Verschlechterung der Dienstplanung beim Lokpersonal
Das Lokpersonal arbeitet sehr unregelmässig. Der Dienstplanung kommt daher eine grosse Bedeutung zu. Spart man dort, führt dies zu grösserem Stress und einer grösseren gesundheitlichen Belastung. Möglicherweise auch zu mehr Krankheitsfällen. Klar ist: Ein Abbau bei der Dienstplanung ist der Arbeitgeberattraktivität der BLS nicht förderlich.
Wir erwarten konkrete Garantien
Der SEV ist mit der BLS im Austausch. Wir erwarten weiter transparent Auskunft darüber, inwiefern Versetzungen und natürliche Abgänge genutzt werden und wie die verbleibenden Mitarbeitenden entlastet werden. Wir werden die Interessen unserer Mitglieder konsequent vertreten.
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