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Vorstand SEV

Stabilität und Sicherheit statt Chaos

Am 20. März trifft sich der Vorstand des SEV zum zweiten Mal in diesem Jahr. Er beschliesst die Nein-Parole zur Abstimmung über die Chaos-Initiative am 14. Juni. Zudem bewilligt er die Jahresrechnung 2025. Mit einer Schweigeminute gedenkt der Vorstand den Brandopfern von Kerzers.

Am 14. Juni stimmt das Schweizer Stimmvolk über die sogenannte «Nachhaltigkeits-Initiative» ab, die in Wirklichkeit eine Chaos-Initiative ist. Mit dem vorgeblichen Ziel, die Bevölkerung in der Schweiz auf 10 Millionen Menschen zu beschränken, verfolgt sie in Wirklichkeit ganz andere Ziele. Aus Sicht der Arbeitnehmer:innen ist diese Initiative brandgefährlich. Sie sorgt weder für Nachhaltigkeit noch für eine gesunde Bevölkerungsentwicklung. Im Gegenteil: Ein nachhaltiges Chaos droht, sollte das Stimmvolk der Initiative zustimmen.

Chaos-Initiative bedroht den öV und den Lohnschutz

«Kein Bus, kein Tram, kein Zug, wenn der öffentliche Verkehr geschwächt wird», erklärt SEV-Präsident Matthias Hartwich. «Das droht uns, wenn wir am 14. Juni Ja zur Chaos-Initiative sagen.» Die grösste Gefahr der Initiative ist, dass sie automatisch zur Kündigung der bilateralen Verträge mit der EU führen würde. Das würde einen immensen wirtschaftlichen Schaden anrichten und die Sicherheit der Schweiz massiv gefährden. Wegen der Schwächung der Wirtschaft drohten neben dem Verlust Tausender Arbeitsplätze auch massive Einbussen bei den Steuereinnahmen. Das wiederum würde die Finanzierung des öV extrem unter Druck setzen. Das bedeutet Sparmassnahmen beim Angebot, beim Personal und Erhöhung der Tarife. Mit anderen Worten: der öV würde teurer, qualitativ schlechter und unsicherer.

Ein Wegfall der Personenfreizügigkeit bedeutete das Aus für Schengen und das Ende der flankierenden Massnahmen, insbesondere beim Lohnschutz, für welche die Gewerkschaften jahrelang erfolgreich gekämpft haben. Eine der gefährlichsten Folgen der Abschottung der Schweiz für das öV-Personal wäre die Zuspitzung des Fachkräftemangels. Das hätte wegen der drohenden Mehrbelastung gravierende Folgen für die Gesundheit des Personals, führte zu weniger Sicherheit und einer Entmenschlichung des Arbeitsalltags, weil fehlende Menschen zunehmend durch Maschinen ersetzt werden müssten. Für den Vorstand des SEV ist deshalb klar, es gibt zu viele Risiken verbunden mit der Chaos-Initiative, um dafür zu stimmen. Der Schweizer öV braucht Sicherheit und Stabilität. Deshalb sagt der SEV-Vorstand nach intensiven Diskussionen deutlich Nein zur Chaos-Initiative am 14. Juni 2026.

Stabile Finanzen beim SEV

Finanzverwalter Aroldo Cambi präsentiert die Jahresrechnung 2025 des SEV: «Die aktuelle Rechnung zeigt eine solide finanzielle Entwicklung und eine verantwortungsbewusste Ressourcennutzung trotz herausfordernder Rahmenbedingungen.» Der SEV steht finanziell stabil da, obwohl die Mitgliedergewinnung im letzten Jahr etwas weniger gut lief als in den Vorjahren und höhere Ausgaben, wie für die Durchführung des Kongresses, die Rechnung belasteten. Sehr positiv entwickelte sich letztes Jahr das Portfolio der Finanzanlagen, welches dem SEV ebenfalls einen wichtigen Beitrag für die gewerkschaftlichen Aktivitäten bescherte. Des Weiteren wurde eine wichtige Investition in eine neue umweltfreundliche Anlage im Zentralsekretariat getätigt (Erdsonde und Photovoltaik).

Wichtiges Thema an der Vorstandssitzung ist die Vorbereitung der ersten SEV-Delegiertenversammlung am 11. Juni in Lausanne. Die Direktorin des Bundesamts für Verkehr, Christa Hostettler, konnte für ein Referat gewonnen werden. Arbeits- und Gesundheitsschutz wird ein wichtiges Thema der Veranstaltung sein. Zu Gast an der Vorstandssitzung ist Sarah Thomas, die neue Kommunikationsspezialistin im SEV-Team. Sie erläutert die Grundzüge der erneuerten Kommunikationsstrategie, mit der sich der SEV für die mediale Zukunft wappnen will.

Michael Spahr