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Pensionskasse SNL

Der SEV hatte Recht

Die Bedenken des SEV zur Führung der Pensionskasse der Schifffahrtsgesellschaft Luganersee (SNL) wurden von der Aufsichtsbehörde als berechtigt anerkannt. Diese jüngsten Entwicklungen addieren sich zur fristlosen Kündigung des GAV für das Schiffspersonal auf dem Lago Maggiore, zur Anzeige gegen die Gewerkschaften, zu missbräuchlichen Kündigungen sowie zu wiederholten Verstössen gegen das Arbeitszeitgesetz seitens der SNL.

Mit dem Entscheid vom 2. Juni hat die Aufsichtsbehörde für Pensionskassen und Vorsorgeeinrichtungen in der Region Zürich (ATIOZ) bestätigt, dass bei der Vergabe des Vermögensverwaltungsmandats der Vorsorgekasse SNL an Copernicus schwerwiegende Interessenkonflikte bestanden. Damit bestätigt sie, was der SEV seit Monaten kritisiert. In ihrem Entscheid hält die Aufsichtsbehörde insbesondere fest:

  • die offizielle Feststellung eines schwerwiegenden Interessenkonflikts;
  • die materielle Ungültigkeit der bisherigen Mandatsvergabe;
  • die Verpflichtung der Verwaltungskommission der Kasse, einen neuen Entscheid zu treffen;
  • die Notwendigkeit einer vollständigen Neubewertung der Vermögensverwaltung;
  • die Übernahme der Verfahrenskosten durch die Sammelstiftung Valitas, der die Vorsorgekasse SNL angeschlossen ist.

Der SEV kritisiert seit Längerem die Führung der Vorsorgekasse SNL sowie das Verfahren zur Vergabe des Mandats an Copernicus. Die an die SNL-Direktion und die zuständigen Organe gerichteten Fragen blieben lange unbeantwortet oder wurden nur unvollständig beantwortet.

«Die Schlussfolgerungen der Aufsichtsbehörde sind äusserst gravierend», erklärt SEV-Gewerkschaftssekretär Angelo Stroppini, der das Dossier betreut. «Innerhalb von zwei Monaten muss nun die Verwaltungskommission der Pensionskasse die Vermögensverwaltung vollständig neu beurteilen und entscheiden, wem sie diese künftig anvertraut. Zudem wird sie verpflichtet sein, ihren Entscheid der Aufsichtsbehörde offiziell mitzuteilen. Wäre – wie die SNL-Direktion glauben machen will – tatsächlich alles einwandfrei abgewickelt worden, wäre eine solche Anordnung gar nicht nötig gewesen.»

Stroppini erinnert zudem daran, dass im schweizerischen System der beruflichen Vorsorge alle Beteiligten strengen Sorgfalts-, Treue- und Integritätspflichten unterstehen und persönlich für ihr Handeln verantwortlich sind. Ziel ist es, sicherzustellen, dass die Gelder der Pensionskasse ausschliesslich im Interesse der Versicherten verwaltet werden.

Auch zur Vermögensverwaltung bestätigt die Aufsichtsbehörde, dass die Verwaltungskosten von Copernicus hoch sind und die erzielte Rendite deutlich unter dem Durchschnitt liegt. «In der beruflichen Vorsorge bedeutet eine anhaltende Minderperformance von 2 % oder gar 3,65 % pro Jahr für die Versicherten erhebliche Einbussen bei ihren künftigen Rentenleistungen – das ist inakzeptabel», hält Angelo Stroppini fest. Für den SEV ist deshalb klar: Es braucht einen neuen Vermögensverwalter – ohne Copernicus. «Die Zeit der Toleranz gegenüber mittelmässigen Resultaten und intransparenter Unternehmensführung ist vorbei. Die Versicherten haben Anspruch auf eine professionelle, transparente und leistungsfähige Verwaltung ihres Vorsorgekapitals!», betont Angelo Stroppini und ergänzt: «Die SNL hat das Märchen aufgetischt, alles sei korrekt abgelaufen. Wäre das der Fall, hätte die Aufsichtsbehörde nicht so entschieden.»

Eine Frage bleibt jedoch offen und wurde auch von der ATIOZ nicht beantwortet: Warum wurde eine gesunde Pensionskasse verlassen und zu einer anderen gewechselt, die offensichtliche Interessenskonflikte aufweist und für das Personal schlechtere Ergebnisse erzielt? Der SEV wird die Situation weiterhin aufmerksam verfolgen und allfällige neue Unregelmässigkeiten anprangern.

Fart statt SNL auf dem Lago Maggiore

Die Tessiner Regierung hat am 3. Juli bekannt gegeben, dass sie ab dem Fahrplanwechsel vom 13. Dezember den öffentlichen Schiffsverkehr im Schweizer Becken des Lago Maggiore nicht mehr der SNL (Schifffahrtsgesellschaft Luganersee) übertragen wird. Sie begründet dies damit, dass «unter den heutigen Voraussetzungen die Grundlagen für eine weitere Zusammenarbeit mit der SNL bei der Erbringung dieser Dienstleistung nicht mehr gegeben sind». Stattdessen übernehmen die Fart (Ferrovie Autolinee Regionali Ticinesi) den Betrieb.

«Ich verstehe den Unmut des Kantons über die SNL», erklärt SEV-Gewerkschaftssekretär Angelo Stroppini. «In den fast zehn Jahren, in denen sie die Schiffe auf dem Lago Maggiore betrieben hat, ist die viel gepriesene Weiterentwicklung ausgeblieben.»

Angelo Stroppini erinnert an die Ereignisse des vergangenen Jahres: fristlose Kündigung des GAV vor einem Jahr, wiederholte Verstösse gegen das Arbeitszeitgesetz, eine Anzeige gegen die Gewerkschaften – mit dem vergeblichen Versuch, sie zum Schweigen zu bringen –, gewerkschaftsfeindliche Kündigungen und Interessenkonflikte bei der Pensionskasse. «Dass der Kanton nun auf die Fart setzt, ist für das Personal auf dem Lago Maggiore ein sehr positives Signal. Die Fart respektiert und lebt die Sozialpartnerschaft», erklärt Angelo Stroppini. «Nun werden wir mit der Direktion die Arbeitsbedingungen der Mitarbeiter:innen auf dem Lago Maggiore neu verhandeln.»

Veronica Galster

Ciao, Ciao, SNL!

Der SEV hatte schon länger vermutet, dass bei der Sammelstiftung Valitas der Schifffahrtsgesellschaft des Luganersees (SNL) ein Interessenskonflikt besteht. Nun bestätigt dies die zuständige Aufsichtsbehörde für Pensionskassen und Vorsorgeeinrichtungen in der Region Zürich (ATIOZ).

Die ATIOZ ordnet nun offiziell an, dass die Valitas Sammelstiftung BVG mit der Verwaltungskommission der Vorsorgekasse SNL nochmals über die Vergabe des Mandats betreffend Vermögensverwaltung beschliesst. Zudem wird sie angewiesen, eine vertiefte Beurteilung der bisher erfolgten Vermögensverwaltung durch die Copernicus Wealth Management AG durchzuführen und eine mögliche Anpassung der Strategie zu prüfen.

Offenbar war Alen Vukic zugleich Verwaltungskommissionsmitglied des SNL-Pensionskassenanschlusses und bei Copernicus CEO, als diese das Vermögensverwaltungsmandat erhielt. Zudem war SNL-Präsident Agostino Ferrazzini Vizepräsident bei derselben Copernicus. Mit anderen Worten: «Rechte Hand vergibt an linke Hand.»

Arbeitnehmer:innen zahlen einen Teil ihres Lohns in die Pensionskasse ein und erwarten, dass ihr Geld professionell verwaltet wird. Bei der SNL operierte hinter den Kulissen ein System, in dem Beziehungen und persönliche Interessen wichtiger waren als diejenigen der Versicherten. Es ist sonnenklar: Wer über die Vergabe eines Mandats entscheidet, darf nicht gleichzeitig auf der anderen Seite des Tisches sitzen. Deshalb schaltete der SEV die ATIOZ ein.

Noch peinlicher wird es bei der Performance der Sammelstiftung: Diese ist nachweislich dauerhaft massiv schlechter als relevante Vergleichsgrössen. Zudem kassierten die Verantwortlichen dafür überdurchschnittlich hohe Honorare. Es versteht sich von selbst, dass sich daraus ein grosser finanzieller Schaden für die Arbeitnehmer:innen der SNL in Form von tieferem Verzinsungs- und Rentenpotenzial ergibt.

Unsere Kritik an der Geschäftsführung der SNL hat einiges ins Rollen gebracht. So hat nämlich nicht nur die ATIOZ reagiert, sondern vor wenigen Tagen auch der Kanton Tessin. Per Fahrplanwechsel verliert die SNL die Konzession für die Schifffahrt auf dem Lago Maggiore an die Fart. Die Leitung der SNL erhält für ihr massives Fehlverhalten eine teure Quittung.

Kommentar von Aroldo Cambi, Finanzverwalter SEV

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