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Barbara Spalinger antwortet

SEV hilft Temporären

Die Temporärstellen bei der SBB nehmen seit Jahren zu. Wie unterstützt der SEV Temporärangestellte?

Barbara Spalinger ist Vizepräsidentin des SEV.

Barbara Spalinger: Der Status von Temporärmitarbeitenden ist per se bedenklich und wenig erfreulich –ohne Arbeitsplatzsicherheit und ohne Schutz durch den GAV, den wir verhandeln.

Gerade weil die Situation für Temporärmitarbeitende sehr heikel ist, hat der SEV-Vorstand Ende 2019 beschlossen, ihnen eine Mitgliedschaft mit reduziertem SEV-Grundbeitrag 22 Franken anzubieten (normalerweise beträgt der SEV-Grundbeitrag 30.40 Franken). Diese ist speziell für Temporärmitarbeitende gedacht, die von einer Stellenvermittlung eingestellt wurden. Schliessen sich die Temporärmitarbeitenden einer Sektion an, kommen noch die Beiträge an die Sektion resp. den Unterverband zu diesen 22 Franken.

Die Reduktion des Mitgliederbeitrags erklärt sich dadurch, dass diese Mitglieder nicht von allen Leistungen des SEV profitieren können. Insbesondere fallen sie nicht unter den GAV des Unternehmens, für das sie arbeiten. Von den individuellen Leistungen hingegen können sie uneingeschränkt profitieren. Unser Berufsrechtsschutz ist dabei ein grosses Plus.

Was die Temporären betrifft, ist die SBB ein sehr anschauliches Beispiel. Dort ist ihre Zahl in den letzten Jahren stetig gestiegen: Sie hat sich in acht Jahren vervierfacht. Im Jahr 2019 waren nach SBB-Angaben 3474Vollzeitstellen mit Temporärmitarbeitenden besetzt, gegenüber 3253 im Jahr 2018 und 3139 im Jahr 2017. Unser Ziel ist und bleibt es, für Temporär- und Festangestellte gleichwertige Anstellungs- und Lohnbedingungen zu erreichen.

Aktuell müssen wir besonders wachsam sein, dass nicht auf Kosten der Temporärmitarbeitenden gespart wird, weder bei der SBB noch bei anderen öV-Unternehmungen.

Hast auch du eine Frage an den SEV? Schreib uns an Enable JavaScript to view protected content.

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