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Züge ohne Lokpersonal?

Technisch machbar, aber nicht kundenfreundlich

Die SOB will selbstfahrende Züge testen. Für den SEV ist klar: Diese weitere Entmenschlichung der Bahn entspricht keinem Kundenbedürfnis.

Die Vorstudie für den Pilotversuch soll demnächst fertig sein, doch weil dafür auch das Bundesamt für Verkehr grünes Licht geben muss, dürften bis zum Start noch zwei bis drei Jahre vergehen. Zurzeit gibt es selbstfahrende Züge in der Schweiz erst bei der Lausanner Metro m2 und auf dem Zürcher Flughafen.

Wo genau die SOB den Versuch durchführen will, liess sie offen, doch hält sie einige Streckenabschnitte zwischen Luzern und St.Gallen mit wenig Verkehr und wenig betroffenen Menschen für besonders geeignet. Direktor Thomas Küchler sagte im Radio SRF weiter, die anderen Bahnen seien über den Branchenverband VöV am Versuch beteiligt.

Die SBB teilte mit, sie plane keinen Versuch. CEO Andreas Meyer hatte aber im Tagesanzeiger-Magazin vom 25. Juni erklärt, selbstfahrende Züge «auf einzelnen Streckenabschnitten mit einfachen Betriebsbedingungen und standardisiertem Rollmaterial» evaluieren zu wollen, «zum Beispiel auf der voraussichtlich neu zu bauenden Strecke zwischen Neuenburg und La Chaux-de-Fonds».

Letzte Bähnler aus der Bahn abziehen?

«Führerlose Züge entsprechen überhaupt keinem Kundenbedürfnis», hält seitens SEV der für die Südostbahn zuständige Gewerkschaftssekretär Felix Birchler fest. «Im Gegenteil, die Reisenden wollen nicht nur mit Maschinen zu tun haben, sondern auch mit Menschen. Gerade nach dem Angriff auf Zugpassagiere in Salez ist der Wunsch nach Personal in den Zügen sehr stark geäussert worden. Bahnunternehmen sind nicht in erster Linie Anbieter modernster Technologie, sondern Dienstleister.»

Hans-Ruedi Schürch, Zentralpräsident LPV, sagt: «Der Lokführer ist bald der letzte Bähnler, an den sich die Passagiere bei einem Problem noch wenden können. Nach dem Abzug des Personals aus den Bahnhöfen und Zügen will man nun auch noch das Lokpersonal abschaffen. Ich bezweifle sehr, dass die Reisenden dies wünschen.» Klar seien führerlose Züge auf gewissen Strecken technisch bald möglich, doch das Lokpersonal verschwinde damit nicht gleich ganz, sondern werde erst mal zu «Bordtechnikern». «Denn unser System Bahn mit dem Güter-, dem Fern- und dem regionalen Personenverkehr ist sehr komplex», erklärt Hans-Ruedi Schürch. «Zudem sind die Verantwortlichkeiten zu regeln und viele juristische Fragen noch offen.»

Gerade jüngst hat Postauto den Versuch mit einem selbstfahrenden Kleinbus in Sion nach einem Zusammenstoss mit erheblichem Sachschaden suspendieren müssen…Hes/Fi

Kommentare

  • Michel Piguet

    Michel Piguet 30/09/2016 11:47:20

    Bonjour,
    À priori, on ne peut aller contre le progrès, (si on peut appeler ceci un progrès) par contre on peut exiger d'en surveiller le développement. Des mécaniciens, il en faudra toujours pour toutes les manoeuvres particulières, mais où l'automatisme peut remplacer l'homme qui est encore plus faillible. Il faudra trouver des contrôleurs de trafic ultra performants et des systèmes de sécurité revus à la hausse. À Lausanne, ville de gauche, il y a un métro sans conducteur, ni rien et je n'ai pas entendu parler de problème.
    Rien qu'en y pensant, il faudra bien penser à la limitation des quais pour diminuer le risque de personnes se jetant sous les trains, monter un système de portes inaccessibles etc.
    Cela n'est valable que pour des grandes lignes et quelques gares.
    Un autre problème sera la fluidité du trafic à longue distance et la réaction à avoir en cas de panne. C'est un travail de longue réflexion très difficile à mener, mais on ne peut s'empêcher d'entrer dans le XXI siècle.

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