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Erste Kundgebung gegen das Programm Railfit 20/30

Mehr als 300 Personen vor dem Sitz der SBB

Einem Aufruf der Gewerkschaft des Verkehrspersonals SEV folgend haben am Dienstag, 22. November über 300 Angestellte der SBB vor dem Berner Hauptsitz des Unternehmens demonstriert und damit ihrer Ablehnung gegen das Abbauprojekt Railfit 20/30 Ausdruck verliehen. Dieses Projekt sieht insbesondere den Abbau von 1400 Stellen bis 2020 vor, was die Sicherheit des Betriebs ernsthaft gefährdet und die Qualität des Service public verschlechtert. Weitere Aktionen werden vorbereitet.

Nach dem Schock, den die Ankündigung der Massnahmen von Railfit 20/30 durch die SBB ausgelöst hat, hat der SEV zwischen Mitte Oktober und Anfang November in der ganzen Schweiz acht Versammlungen durchgeführt. Die Forderungen des SBB-Personals sind klar: «Es braucht wieder Menschen in den Bahnhöfen und in den Zügen. Mit der Streichung von 1400 Stellen bis 2020 verfolgt die SBB eine Strategie der Enthumanisierung, und das, während eine Verkehrszunahme in diesen Jahren prognostiziert wird. Das ist Unsinn. Mit dem Personalabbau wird die Sicherheit des Bahnnetzes aufs Spiel gesetzt. Die Qualität des Service public wird sich verschlechtern. Doch das Personal will weiterhin stolz sein können auf sein Unternehmen», so Manuel Avallone, Vizepräsident des SEV und Verantwortlicher für die SBB-Dossiers.

Das Personal mobilisiert sich auch gegen die von der Direktion vorgesehene Lohnsenkung für alle Angestellten; diese will ihnen 0,8% des Lohnes ab 1. Januar 2017 abziehen. «Das bedeutet mehrere hundert Franken pro Jahr. Und diese Senkung trifft die Mitarbeitenden mit tiefen Löhnen mit voller Wucht, also jene, für die jeder Franken zählt», geisselt Manuel Avallone die Massnahme. Mehr als 300 Personen haben sich aus diesem Grund beim Sitz der SBB versammelt, während gleichzeitig die Verhandlungen zwischen der SBB-Direktion und den Gewerkschaften stattfanden.

Das Personal hat vor dem Sitz der Unternehmung demonstriert, um die Angriffe auf die Sozialleistungen anzuprangern. «Die Direktion will es vom kommenden 1. Januar an schwieriger machen, Leistungen nach erlittener Berufsinvalidität zu erhalten. Sie greift damit jene an, die aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr fähig sind zu arbeiten. Die Direktion der SBB nimmt Abschied von ihrer bisherigen Rolle als sozial verantwortungsvoll handelnde Unternehmensleitung. Dies ist inakzeptabel von einem Unternehmen in öffentlichem Besitz», sagt Manuel Avallone mit Nachdruck.

Dieser ersten grösseren Aktion werden sich weitere anschliessen, da Railfit 20/30 auf Dauer ausgelegt ist. Das Personal hat am 22. November einen ersten Pflock eingeschlagen. Seine weiteren Aktionen werden davon abhängen, wie unnachgiebig die Direktion der SBB ist.

Für weitere Auskünfte:
Manuel Avallone, Vizepräsident SEV, 079 434 46 71

Fotos

© Jörg Matter, SEV

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