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Petition für die Anerkennung der spezifischen Berufserfahrung bei der SBB

Für ein gutes Sowohl-als-auch

Verkommen Teile der SBB zur «akademischen Wüste», in der das Uni-Abschlusszeugnis mehr gilt als die Erfahrung?

Markus Jordi, Leiter HR SBB, nahm die Resolution von AS-Zentralpräsident Peter Käppler entgegen.

«Immer häufiger, so ist unsere Wahrnehmung, wird Eisenbahn-Knowhow bei der SBB durch akademisches Wissen ersetzt.»: So stand es in der Einladung zur Feierabendveranstaltung, an der der Unterverband AS seine Resolution vom letzten SEV-Kongress an Markus Jordi, Leiter HR SBB, übergeben wollte.

Freilich blieb es nicht bei der förmlichen Übergabe der Resolution, Jordi liess es sich nicht nehmen, in einem ausführlichen, mit viel Zahlenmaterial gespickten Referat darzustellen, dass die Nicht-Akademiker/innen, also Leute, die weder eine Uni noch eine Fachhochschule absolviert haben, bei der SBB weiterhin das Gros der Beschäftigten ausmachen. Dies solle auch in Zukunft so bleiben, meinte Jordi, ausser in einigen Bereichen, wo die akademische Bildung eine Voraussetzung oder sogar eine gesetzliche Pflicht zur Berufsausübung sei.

SEV-Vizepräsident Manuel Avallone hielt mit praktischen Beispielen dagegen. Kolleg/innen ergänzten: «Für die Stelle, die ich jetzt habe, könnte ich mich heute nicht mehr bewerben, da ich die offenbar nötigen Ausweise gar nicht besitze», wurde etwa gesagt.

Vernetzung und Verständnis

Einig war man sich darin, dass eine gute, solide Berufsausbildung, von der Attestlehre bis zur Universität, für ein erfolgreich operierendes Unternehmen unabdingbar ist. Die Aus- und auch die Weiterbildung sei deshalb weiterhin zu fördern. Aber auch die Erfahrung soll vermehrt in den Blickpunkt rücken, wenn es um Stellenbesetzungen geht: die Wichtigkeit einer Abteilung steigt nicht mit der Anzahl Akademiker/innen, die in ihr arbeiten. Das berühmte und vielzitierte «Fordern und Fördern» hört weder mit dem Schulaustritt noch mit dem Lehrabschlusszeugnis auf.

Die vom SEV organisierte Feierabendveranstaltung hat keine revolutionär neuen Erkenntnisse hervorgebracht, fördert aber das gegenseitige Verständnis und die Vernetzung.

pan.

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