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Das Personal der ehemaligen NLM streikt für seinen Lohn

Im Schweizer Becken des Langensees fahren heute nur die ersten Morgen- und letzten Abendkurse. Damit ist der Transport der Pendler aus der Region Gambarogno garantiert. Während des restlichen Tages verkehren die Schiffe nicht. Das haben die Angestellten der ehemaligen NLM entschieden, nachdem sie die Resultate der Verhandlungen über ihren künftigen Gesamtarbeitsvertrag (GAV) evaluiert haben und bemerkten, dass ihre Löhne ab 1. Januar 2019 massiv sinken sollen. Schlicht und einfach eine Lohndumping-Geschichte, die noch schlimmer wird dadurch, dass das Unternehmen finanzielle Unterstützung vom Kanton erhält.

Das Personal der ehemaligen NLM wusste sehr wohl, dass ihre Löhne den schwierigsten Verhandlungspunkt im neuen GAV bilden würden. Sie waren und sind noch heute bereit, dieses heikle Thema zu diskutieren. In vier Verhandlungsrunden haben die Gewerkschaften SEV, UNIA und OCST zusammen mit einer Personaldelegation denn auch fortwährend dagegen gekämpft, dass die Löhne ab 1. Januar 2019 an die Lohnskala der SNL angepasst werden, was eine Reduktion von rund 15 % und mehr bedeuten würde.

Dieses Szenario ist inakzeptabel, umso mehr, da das Unternehmen dank dem Streik vom Kanton wesentlich finanziell unterstützt wird. Die Sturheit der SNL-Führung wird noch unverständlicher, wenn man den mehrfach präsentierten Businessplan betrachtet, der als praktikablen Weg eine Anpassung der SNL-Löhne von 5 % vorschlägt. Löhne, die für alle Angestellten der beiden Seen gelten sollten. Die Rechnung wurde auf Basis von 32 Mitarbeitenden im Schweizer Becken des Langensees gemacht, und nicht basierend auf den 17 Mitarbeitenden, die aktuell auf dem See im Einsatz sind.

Die Lohnthematik ist für das Personal im Schweizer Becken des Langensees natürlich zentral bei den GAV-Verhandlungen. Bevor über einzelne Artikel des GAV diskutiert werden kann, muss eine Einigung in diesem Punkt erzielt werden. Zurzeit wird vom Personal der ehemaligen NLM verlangt, mit der Perspektive auf weniger arbeitsfreie Tage und weniger Lohn zu arbeiten.

Die Angestellten haben sich deshalb dazu entschieden, mit derselben Entschlossenheit ihre Löhne zu verteidigen, die sie auch beim Aufbau des neuen Konsortiums zeigten, als Personalmangel ihre Einsatzplanung untragbar machte. Da sich die Schaffung des Konsortiums immer wieder verzögerte, entschieden sich einige der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, sich beruflich neu zu orientieren. Bekanntermassen hätte das Konsortium am 1. Januar dieses Jahres starten sollen. Die Frist wurde auf 1. März verschoben. Schliesslich verkehrten die Schiffe auf dem Langensee ab Ende März.

Das Personal der ehemaligen NLM hofft, mit dem heutigen Streik – zu dem es sich aufgrund der völlig verschlossenen Haltung der SNL-Führung gezwungen sieht – zu erreichen, dass für die seit einigen Monaten blockierte Situation eine Lösung gefunden wird.

Als neuerlicher Beweis für ihre Sensibilität und ihr Verantwortungsgefühl haben die Angestellten entschieden, trotz allem die ersten Kurse am Morgen und diejenigen am Abend zu garantieren, um nicht die Pendler zu bestrafen. Pendler, die übrigens mehrfach getäuscht wurden mit dem kontinuierlichen Aufschub der Konsortiumsbildung – natürlich nicht durch die Matrosen.

Das Personal und die Gewerkschaften laden Touristinnen und Touristen sowie Einheimische dazu ein, am Protesttag zur Verteidigung der Arbeitsbedingungen und von würdevollen Löhnen teilzunehmen, in einem Kanton, der schon einige Dumping-Opfer hervorgebracht hat. Um Touristinnen und Touristen korrekt zu informieren, wurden Flyer in verschiedenen Sprachen und an diversen Orten verteilt.

Der Staatsrat wurde am 21. Juni mit einem Schreiben über die Schwierigkeiten in den Verhandlungen informiert.

Für weitere Informationen:

Angelo Stroppini, SEV                    079 479 05 63
Enrico Borelli, UNIA                        079 784 02 90
Graziano Cerutti, OCST                  078 889 65 60

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