Delegiertenversammlung PV: Ja zur Finanzierung der 13. AHV-Rente

Am 27. Oktober fand in Stettlen bei Bern die 112. Delegiertenversammlung (DV) des Unterverbands der Pensionierten (PV) statt. Inhaltlich stachen die Rücktrittsankündigung von Zentralpräsident Roland Schwager, die Ja-Empfehlung des PV zur Finanzierung der 13. AHV-Rente am 29. November und ein Antrag der PV-Sektion Jura hervor.
Nach über zehn Jahren an der PV-Spitze will Roland Schwager auf die DV im Mai 2027 zurücktreten, «um einer jüngeren Person mit neuen Ideen und anderen Fertigkeiten Platz zu machen», erklärte er nach der Mittagspause, «das tut dem Unterverband PV gut.» Er hat Zentralsekretär Alexander Bringolf angefragt, ob er als Nachfolger zur Verfügung steht. Dieser hat zugesagt und stellt sich auch zur Wahl, falls weitere Kandidaturen eingehen, zu melden an Marc Derungs oder Daniel Pasche, Vizezentralpräsidenten PV.
Am Morgen verdienten sich die 36 stimmberechtigten Delegierten das feine Mittagessen im Hotel Linde, indem sie unter Leitung von DV-Präsident Kurt Egloff die Traktanden zügig behandelten. Dazu gehörte eine fundierte Diskussion über den Antrag der Sektion Jura: Dieser verlangte, dass PV-Sektionen mit weniger als 250 Mitgliedern, die bisher nur eine stimmberechtigte Person an die DV delegieren durften, neu auch eine zweite Person ohne Stimmrecht mitbringen dürfen. So sollen interessierte Kolleg:innen die DV kennenlernen und für die Mitarbeit im Sektionsvorstand motiviert werden. Da fünf Sektionen betroffen sind, ist mit Zusatzkosten von maximal rund 300 Franken pro DV zu rechnen. Das fanden die Delegierten letztlich grossmehrheitlich tragbar für den Unterverband für den erwähnten sinnvollen Zweck, nur zwei stimmten gegen die Anpassung des Geschäftsreglements und einer enthielt sich der Stimme.
«85 bis 120 Franken pro Jahr sind eine gute Prämie für die 13. AHV-Rente»
Marc Derungs zeigte auf, warum der PV den Mitgliedern am 29. November ein Ja zur Finanzierung der 13. AHV-Rente empfiehlt: Der knappe Beschluss des Parlaments vom Juni 2026 für eine unbefristete Erhöhung der Mehrwertsteuer um 0,4% war der kleinste gemeinsame Nenner zwischen dem Ständerat und dem Nationalrat, in dem keine Mehrheit für eine Finanzierung auch über Lohnabzüge möglich war. FDP und SVP waren schon gegen die 13. AHV-Rente und wollen sogar den Teuerungsausgleich bei der AHV streichen. Sie sind gegen jede neue Steuer und präsentieren sich jetzt als Verteidiger der arbeitenden Leute mit kleinen Einkommen, obwohl ihre Politik der leeren Kassen diesen schadet. Sie wollen ein höheres Rentenalter erzwingen. Mit dem Scheitern der Mischfinanzierung musste die Linke eine Kröte schlucken und ist darum teilweise gegen die Vorlage. Doch diese ist sozial verträglich, weil der Steuersatz für Güter des täglichen Bedarfs bei 2,6% bleibt, weil Besserverdienende mehr konsumieren und daher mehr bezahlen und weil Tourist:innen mitbezahlen. Ein Rentner:innen-Haushalt mit einem Einkommen von bis zu 4600 Franken pro Monat bezahlt 85 bis 120 Franken mehr pro Jahr. «Das ist für uns Senior:innen eine gute Prämie für die 13. AHV-Rente», betonte Derungs. Und es ist gerecht, wenn die Rentner:innen die Rentenerhöhung mitfinanzieren. Diese kostet rund 4 Milliarden pro Jahr, davon deckt die Mehrwertsteuererhöhung 1,5 Milliarden. «Der SEV-PV hat 2024 die Kampagne für die 13. AHV-Rente vehement unterstützt. Jetzt nehmen wir auch unsere Verantwortung für die Finanzierung wahr. Darum empfehlen wir ein Ja am 29. November», schloss Derungs.


Einstimmig gutgeheissen wurde das Budget 2027, das wegen der sinkenden Mitgliederzahl rund 3000 Franken weniger Mitgliederbeiträge vorsieht als 2026, aber dank Kapitalzinsen trotzdem fast eine schwarze Null. Einstimmig beschlossen wurde auch eine Änderung des Geschäftsreglements, die dem ZV die Kompetenz erteilt, die Mandate des PV in der Delegiertenversammlung SEV PV-intern zu verteilen. Der ZV gibt alle Mandate an die Sektionen weiter, und diese bestimmen ihre Delegierten.
SEV-Gewerkschaftssekretär Toni Feuz informierte über den Stand der Abklärungen des SEV zur Umsetzung des PV-Kongressantrags, der verlangt, dass FVP-Berechtigte das GA mit Reka-Schecks bezahlen können und bei Reiseunfähigkeit gebührenfrei am Schalter hinterlegen können. Der SEV sucht das Gespräch mit Alliance SwissPass und dem Verband öffentlicher Verkehr. Der PV Uri rief seinen Antrag in Erinnerung, wonach Bezahl-Apps wie Easyride den FVP-Berechtigten pro Tag höchstens den Preis der FVP-Tageskarte berechnen sollen.
Am Nachmittag erklärte der Informatiker Marcel Romagosa, was unter künstlicher Intelligenz zu verstehen ist und welche Formen von KI es gibt. Dann führte er KI-Apps, die heute jede:r nutzen kann, praktisch vor.

Zum Schluss überreichte Roland Schwager Abschiedsgeschenke an drei Kollegen für ihre jahrelange grosse Arbeit als Sektionspräsidenten: René Wolf hat den PV Luzern von 2014 bis Ende 2025 präsidiert, Emile Lachat den PV Jura von 2018 bis 2026 und Werner Frei den PV Winterthur-Schaffhausen von 2020 bis 2026.
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