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SBB Cargo auf Brautschau

SEV fordert Vorwärtsstrategie – mit GAV

Unerfüllbare Ziele und fehlende Entwicklungsperspektiven führten zu einem Grundlagenwechsel bei SBB Cargo. «Die Gewerkschaft des Verkehrspersonals SEV erwartet unmissverständlich, dass Minderheitspartner den Service-public-Gedanken im Schienengüterverkehr weiterentwickeln und die sozialen Standards mit einem gleichlautenden Gesamtarbeitsvertrag (GAV) für SBB und SBB Cargo weiterführen», hält der zuständige SEV-Gewerkschaftssekretär Philipp Hadorn fest.

Noch ist unklar, ob in der gesuchten Partnerschaft neue Minderheitseigner oder SBB Cargo die Rolle der Braut oder des Bräutigams spielen.

Abbau stoppen – Zukunftsstrategie entwickeln

«Der visionslose Rückzug mit dramatischem Personalabbau in wachsendem Geschäft unter Ägide des Verwaltungsratspräsidenten SBB Cargo in Personalunion mit der Funktion als CEO der SBB hat sich schlichtweg nicht bewährt», hält Philipp Hadorn fest, der als Nationalrat und Mitglied der zuständigen Verkehrskommission auch politisch das Geschäft mitprägt. Das Parlament hat dem Vorhaben des zuständigen Departementes zugestimmt, dass ein unabhängiger Dritter das VR-Präsidium von SBB Cargo zu übernehmen habe und dass Minderheitseigner Kapital, Knowhow und Absatz für eine zukunftsfähige Strategie des Schienengüterverkehrs einbringen sollen.

«Die panikartig eingeleitete Rückzugsstrategie mit einem Abbau von bis zu 170 Bedienpunkten und 800 Arbeitsplätzen bis 2023 führte zu geharnischten Reaktionen auch aus dem Parlament», hält Hadorn fest und weist auf seine Motion 18.3052 hin, die mit über 90 Mitunterzeichner/innen eine «Denkpause ohne Missachtung der Eignerauflagen» verlangt.

Neue Ideen durch neues VR-Präsidium

Der SEV erwartet, dass nun zeitnah das neue VR-Präsidium vom Bundesrat eingesetzt wird und dieses Gremium mit neuen Minderheitseignern eine Vorwärtsstrategie entwickelt. Diese soll soziale, ökologische und logistische Standards und Investitionen für einen zukunftsfähigen Güterverkehr auf der Schiene sozialpartnerschaftlich entwickeln und umsetzen. «Nur so wird SBB Cargo die Herausforderungen der digitalisierten Industrie 4.0 erfolgreich bewältigen, nämlich als Teil einer wohlfahrtsrelevanten Grundversorgung», ist Hadorn überzeugt.


Weitere Auskünfte:

  • Philipp Hadorn, Gewerkschaftssekretär SEV und Nationalrat: 079 600 96 70

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