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SEV nimmt Stellung zum Jahresabschluss der SBB

SBB-Abschluss zeigt Spielraum für Personalanliegen

Einmal mehr präsentiert die SBB einen Jahresabschluss mit einem markanten Gewinn. Dieser liegt zwar unter den Vorjahren, aber immer noch auf einer Höhe, die es dem Unternehmen problemlos erlaubt, seine Anstellungsbedingungen zu verbessern.

Für das betroffene Personal äusserst erfreulich ist der leichte Überschuss bei SBB Cargo; immer wieder mussten sich die dort Beschäftigten sagen lassen, dass sie das Unternehmen belasten. Nun haben sie erstmals die Gewinnschwelle erreicht, allerdings zu einem hohen Preis: SBB Cargo hat innert 10 Jahren rund 40 Prozent des Personals abgebaut. Nur dank dem «Contrat social», dem vom SEV ausgehandelten Kündigungsschutz bei Stellenabbau aus wirtschaftlichen Gründen und Reorganisationen, verlief dieser Prozess sozialverträglich.

Tief in den roten Zahlen präsentiert sich dieses Jahr die Infrastruktur, was angesichts des grossen Nachholbedarfs beim Unterhalt allerdings nicht überraschen kann. «Die Zunahme des Verkehrs und der Geschwindigkeiten zeigen hier Folgen, die anfänglich massiv unterschätzt worden sind», stellt SEV-Präsident Giorgio Tuti fest.

Angesichts des überzeugenden Ja der Schweizer Bevölkerung zur FABI-Vorlage ist offensichtlich, dass der öffentliche Verkehr auf lange Sicht eine gute Zukunft vor sich hat. Wie bisher wird der Erfolg des Unternehmens jedoch nur mit motiviertem Personal zu erreichen sein.

Bei den zurzeit laufenden Verhandlungen zur Weiterentwicklung des Gesamtarbeitsvertrags wird sich zeigen, ob die SBB bereit ist, die Anstellungsbedingungen ihres Personals zu verbessern. Nachdem die Personalzufriedenheit erneut leicht gesunkenen ist – dies bei einem seit Jahren bedenklich tiefen Niveau –, ist die SBB gefordert, die richtigen Zeichen zu setzen. Giorgio Tuti betont: «Die SBB hat die nötigen Mittel, um den Worten auch Taten folgen zu lassen und sich ernsthaft mit den Anliegen ihres Personals zu beschäftigen!»

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