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Editorial

Der SGB ist bereit

Es spricht für unsere Gewerkschaftsbewegung, dass sich für Paul Rechsteiners Nachfolge zwei sehr gute Kandidaten beworben haben. Sowohl Barbara Gysi als auch Pierre-Yves Maillard hatten das ideale Profil, um den SGB zu präsidieren.

Bevor ich auf die künftigen Herausforderungen unseres Dachverbandes eingehe, möchte ich kurz auf Paul Rechsteiners Präsidentschaft zurückblicken. 20 Jahre lang hat er den SGB mit Fingerspitzengefühl, Weitsicht und absoluter Integrität geführt. Er wusste die Politik in den Dienst der Gewerkschaften zu stellen, um die Lebensbedingungen der Beschäftigten und Pensionierten zu verbessern.

Dass der SGB heute ein wichtiger politischer Akteur ist, ist auch Paul Rechsteiners Wirken in den letzten 20 Jahren zu verdanken. Dazu gehörte diesen Sommer sein entschiedenes Nein zur Teilnahme an einem runden Tisch über ein Rahmenabkommen mit der Europäischen Union auf Kosten des Lohnschutzes.

Die Kämpfe, die ich an Paul Rechsteiners Seite ausgefochten habe, gehen mit Pierre-Yves Maillard weiter. In seiner ganzen Wahlkampagne für das SGB-Präsidium hat unser Waadtländer Kollege immer wieder unterstrichen, wie wichtig Gewerkschaftsarbeit bei der Basis und in den Betrieben ist. Diese Botschaft war ihm aufgrund seiner Erfahrung als Gewerkschaftssekretär beim Smuv wichtig. Unermüdlich hat er gewerkschaftliche und politische Kämpfe ausgefochten, die am Samstag am SGB-Kongress zahlreiche Kolleg/innen in Erinnerung riefen.

Der SGB steht vor grossen Aufgaben. Dazu gehören die Durchsetzung der Lohngleichheit, die Unterstützung des Frauenstreiks vom 14. Juni 2019 und die Verbesserung der Altersvorsorge. Daher will der SGB nächstes Jahr auch eine Volksinitiative für eine 13. AHV-Rente lancieren, um die Rentensituation der Pensionierten zu verbessern. Der Mitgliederrückgang und die Digitalisierung der Arbeitswelt sind zwei weitere Herausforderungen für den SGB und seinen frischgewählten Präsidenten.

Dieser hat am Samstag betont, dass die arbeitende Bevölkerung von den Gewerkschaften keine Träumereien erwartet, sondern konkrete Taten. Ich freue mich darauf, mit ihm und den andern Kolleg/innen des SGB-Vorstands und des SGB-Sekretariats die kommenden Herausforderungen anzupacken mit dem Ziel, die Lebens- und Arbeitsbedingungen und die Löhne der Arbeitnehmenden in der Schweiz zu verbessern.

Giorgio Tuti, Präsident SEV und Vizepräsident SGB

Kommentare

  • Müller Hansueli

    Müller Hansueli 06/12/2018 08:44:52

    Guten Tag,

    Das Nein, also die Gesprächsverweigerung, am runden Tisch zum Rahmenabkommen mit der EU finde ich gar nicht gut. Man hätte sich in aller Ruhe die Fakten und Vorschläge anhören sollen, dann überlegen und entscheiden. Ein 'Nein' hätte man dann immer noch sagen können!

    Freundlicher Gruss
    H. Müller

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