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SBB Bilanz 2025: Die positiven Zahlen verpflichten

Die Gewerkschaft des Verkehrspersonals SEV nimmt das positive Jahresergebnis der SBB zur Kenntnis. Es ist klar: Der Rekord an Reisenden und bei der Pünktlichkeit verpflichtet auch zu nachhaltigen Investitionen ins Personal. Sicherheit und Arbeitsbedingungen in der Schicht- und Tourenarbeit müssen spürbar verbessert, die Belastung reduziert werden. Zudem bleibt für den SEV weiterhin klar, der Abbau bei SBB Cargo muss gestoppt werden.

«Hinter dem Erfolg der SBB stehen die Mitarbeitenden, die den Betrieb rund um die Uhr sicherstellen und für die hohe Qualität des Bahnangebots, für die guten Pünktlichkeitswerte und für die hohe Kundenzufriedenheit sorgen», sagt Patrick Kummer, Vizepräsident des SEV. «Das Jahresergebnis mit einem Gewinn von 496 Millionen und einer Rekordzahl an Reisenden verpflichtet: Das Personal braucht konkrete Verbesserungen bei den Zulagen in der Schicht- und Tourenarbeit.»

Um künftige Herausforderungen zu meistern, muss die SBB eine attraktive Arbeitgeberin bleiben. Sparmassnahmen auf Kosten des Personals sind definitiv fehl am Platz.

Sicherheit: Aggressionen konsequent bekämpfen

Viele Mitarbeitende sind weiterhin regelmässig Aggressionen ausgesetzt. Der SEV anerkennt die Anstrengungen der SBB zur Verbesserung der Sicherheit, hält aber fest: Sicherheit funktioniert nur mit genügend Personal. «Mehr Sicherheit geht nur mit mehr Personal. Sicherheit im öffentlichen Verkehr kostet, doch Sicherheit ist jede Investition wert!» mahnt Patrick Kummer.

Der SEV fordert die konsequente Doppelbegleitung auf Fernverkehrszügen – inklusive ausreichender Personalreserven, damit diese auch tatsächlich umgesetzt wird. Zudem braucht es mehr personelle Ressourcen bei der Transportpolizei sowie zusätzliche Standorte, insbesondere im Wallis und im Berner Oberland.

SBB Cargo: Abbau stoppen – Schienengüterverkehr stärken

Trotz roter Zahlen bei SBB Cargo bleibt für Patrick Kummer klar: «Der Schienengüterverkehr hat Zukunft, weil er volkswirtschaftlich sinnvoll ist.» Die Abbaupläne im Einzelwagenladungsverkehr (EWLV) führen unweigerlich zu einer weiteren Verlagerung von der Schiene auf die Strasse und zum nachhaltigen Verlust von Know-how.

«Es genügt nicht, den EWLV befristet finanziell zu unterstützen. Es braucht eine unbefristete öffentliche Finanzierung, um die Verlagerung auf die Schiene voranzutreiben» warnt Patrick Kummer. Mit dem Projekt «G-enesis» setzt SBB Cargo ein falsches Signal. «SBB Cargo lässt sich nicht gesund sparen. Das ist keine nachhaltige Strategie, sondern schleichender Abbau.»