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WEKO genehmigt Beteiligung an SBB Cargo

SBB Cargo muss Personal einstellen

Für die Gewerkschaft des Verkehrspersonals SEV muss die Zustimmung der Wettbewerbskommission zum Zusammenschluss der vier Strassentransporteure bei SBB Cargo zu einem Fortschritt führen. «Wir erwarten vom neuen Minderheitsaktionär, dass er SBB Cargo zusätzliche Transportaufträge bringt und sich im Verwaltungsrat für eine Wachstumsstrategie einsetzt», sagt SEV-Gewerkschaftssekretär Philipp Hadorn. «Wir erwarten zudem, dass SBB Cargo die Arbeitsplätze erhalten oder sogar ausbauen wird. Die Coronavirus-Krise darf nicht als Vorwand für den Abbau von Arbeitsplätzen benutzt werden».

«Wir hoffen insbesondere, dass der neue Minderheitsaktionär dazu beiträgt, dass das phantasielose Streichen von Zustellpunkten und Schrumpfen des Einzelwagenladungsverkehrs, wie bisher praktiziert, endlich aufhören», präzisiert Philipp Hadorn. «Denn wenn das Unternehmen laufend Zustellpunkte mit der dazugehörenden Infrastruktur abbaut und weitere Kunden vergrault, bringt es sich um die nötigen Voraussetzungen, um am prognostizierten Wachstum des Schienengüterverkehrs in den nächsten Jahren angemessen teilhaben zu können.»

Gute Sozialpartnerschaft ist notwendig

«So erwarten wir uns vom neuen Minderheitsaktionär einen Beitrag zur langfristigen Sicherung der Arbeitsplätze», führt Philipp Hadorn weiter aus. «Im Hinblick auf die aktuelle Situation mit dem Coronavirus fordern wir von SBB Cargo, dass die Arbeitsplätze gesichert sind. Langfristig muss SBB Cargo ein attraktiver und sozial verantwortungsvoller Arbeitgeber bleiben. Dies betrifft insbesondere den Kündigungsschutz aus betrieblichen oder wirtschaftlichen Gründen: Das ist umso wichtiger in dieser Zeit der Gesundheitskrise, aber auch im Zusammenhang mit der Weiterentwicklung zu einem zunehmend digitalisierten und automatisierten Zeitalter. Auch die Möglichkeit, eine entsprechende Ausbildung zu erhalten, muss gewährleistet bleiben.»

«Weiter erwarten wir vom neuen Aktionär, dass er sich auch politisch für den Schienengüterverkehr stark macht, das heisst für die nötigen Förder- und Lenkungsgelder und weitere regulatorische Anpassungen», ergänzt Philipp Hadorn. «Denn die Güterverlagerung auf die Schiene, auch im Inland und über kürzere Distanzen, ist ein substanzieller Beitrag zum Schutz von Klima und Umwelt, der Gesundheit der Bevölkerung und gegen die Überlastung des Strassennetzes.»

Weitere Auskünfte:

Philipp Hadorn, Gewerkschaftssekretär SEV, 079 600 96 70

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