VPT-Branchentagung Bus
Gesundheit am Arbeitsplatz respektieren!

Die Verbesserung der Arbeits- und Gesundheitsbedingungen des Fahr-personals war das zentrale Thema der Branchentagung Bus des VPT vom 24. Februar. In den Workshops wurden akute Probleme und mögliche Lösungen leidenschaftlich diskutiert. Fehlende Toiletten an den Endstationen, fehlende Busspuren und maximale Touren von zehn Stunden, die Notwendigkeit eines Frühpensionierungsmodells: Diese und viele weitere Forderungen werden uns in den kommenden Monaten beschäftigen.
VPT-Zentralpräsident Gilbert D’Alessandro freute sich, die 60 Kolleginnen und Kollegen sowie Gäste aus Sektionen und Busunternehmungen aus der ganzen Schweiz begrüssen zu dürfen. Er erinnerte an die DNA von Branchentagungen: Momente des Austauschs, der Solidarität und der Anliegen unter Kolleginnen und Kollegen zu schaffen. Für ihn ist nach jahrelanger Beobachtung und Feststellung der gesundheitsbelastenden Arbeitsbedingungen der Zeitpunkt gekommen, zu stärkeren Mitteln zu greifen, um sich Gehör zu verschaffen. «Die Gesundheit am Arbeitsplatz ist heilig. Sie muss respektiert werden! Wenn wir Kolleg:innen haben, die schon mit 47 Jahren vom Beruf gezeichnet sind und nicht wissen, wie sie bis 65 durchhalten sollen, müssen wir gemeinsam eine Antwort finden! Die Gesundheit und Sicherheit unserer Kolleginnen und Kollegen ist kein Luxus, sondern eine Grundvoraussetzung für den öffentlichen Verkehr (öV). Das hat natürlich seinen Preis. Wir müssen handeln, bevor es zu Tragödien kommt.»
SEV-Präsident Matthias Hartwich äusserte sich dazu in klarer Weise: «Für die Gewerkschaft gibt es einerseits Verhandlungen und eine konstruktive Sozialpartnerschaft, andererseits muss man den Arbeitgebern bei Bedarf auch die Zähne zeigen können. Respekt wird uns nicht auf dem Silbertablett serviert, man muss dafür kämpfen.» Dazu braucht die Gewerkschaft viele Mitglieder, vor allem aber Mitglieder, die bereit sind, sich zu engagieren und an Kampagnen teilzunehmen.
SEV-Vizepräsidentin Barbara Keller hielt zu den Lohnverhandlungen fest, dass der SEV trotz einer sehr geringen Teuerung im Jahr 2025 einige gute und insgesamt akzeptable Ergebnisse erzielen konnte. SEV-Vizepräsident Pablo Guarino erinnerte an die Rolle engagierter und aktiver Sektionen, die die Stärke des SEV ausmachen. Er stellte die noch vorläufigen Ergebnisse der Trapheac-Studie von Unisanté zur Gesundheit in der Busbranche vor. Die endgültigen Ergebnisse werden zwar erst am 24. April veröffentlicht, aber sie werden zweifellos in die Richtung gehen, die der SEV seit Jahren anprangert. Unisanté hat Burnouts und berufsbedingte Erschöpfungszustände untersucht, von denen viel zu viele unserer Kolleginnen und Kollegen betroffen sind. Diese Frage der Gesundheitsbedrohung und der damit zusammenhängenden Rolle der Arbeitsbedingungen führte zu spannenden Diskussionen und einem regen Austausch zwischen den Kolleginnen und Kollegen im Fahrdienst.
Resolution zur Infrastruktur an Endstationen
An die Adresse der Gemeinden wurde eine Resolution verabschiedet, die sie aufgefordert, an Endstationen eine angemessene Infrastruktur zu fördern, die es möglich macht, die für das Fahrpersonal erforderlichen Toiletten und Pausenräume einzurichten. Dies ist eine einfache und vernünftige Forderung, die den Respekt und die Anerkennung der Behörden gegenüber dem Personal des öffentlichen Verkehrs zum Ausdruck bringen soll und gleichzeitig eine konkrete Massnahme zugunsten der öffentlichen Gesundheit darstellt. Eine weitere Forderung geht dahin, den öV durch geeignete Ampeln reibungslos fliessen zu lassen und die notwendigen Mittel bereitzustellen, damit jedes Verkehrsmittel über eine eigene Spur verfügt. Weitere Forderungen wie z.B. nach Verkürzung der Arbeitszeiten oder von Frühpensionierungsmodellen, die auch andere Berufsgruppen im öV betreffen, sollen innerhalb des SEV thematisiert werden, um sie zu einem Anliegen von nationaler Bedeutung zu machen.

VPT-Vizepräsident René Schnegg erklärte, dass der VPT im Jahr 2025 fast 700 neue Mitglieder gewinnen konnte. So konnten die Austritte ausgeglichen und die Mitgliederzahl stabilisiert werden. Die Erfahrung bestätigt, dass persönliche Gespräche, Präsenz vor Ort und gewerkschaftliches Engagement Früchte tragen. Der VPT setzt 2026 seine bewährten Massnahmen zur Mitgliederwerbung fort.
Yves Sancey