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GAV-Konferenz SBB/SBB Cargo

«Die Lohnentwicklung ist nötigund zwar jetzt»

Die GAV-Konferenz hat die Prioritäten für die Verhandlungen zum GAV SBB/SBB Cargo festgelegt: Schutz des Personals vor den negativen Auswirkungen der Digitalisierung, schnellerer Lohnanstieg und Massnahmen zugunsten Krankgeschriebener. Ein weiterer wichtiger Punkt sind die Schwierigkeiten der Pensionskasse SBB.

Der GAV SBB/SBB Cargo, der auf Anfang 2019 in Kraft treten wird, wird zu Beginn des nächsten Jahres verhandelt. In seinem dreisprachigen Referat zu Beginn der Konferenz liess SEV-Präsident Giorgio Tuti keine Zweifel aufkommen über den Kontext, in dem die Verhandlungen stattfinden werden: «Das BAV will den öffentlichen Verkehr liberalisieren, insbesondere durch Konkurrenz im Fernverkehr. Die Entscheidung des BAV über die Fernverkehrskonzession wird mitten in den GAV-Verhandlungen fallen und diese nicht erleichtern. Doch noch gefährlicher ist, was danach kommt. Es geht nicht nur um die Konkurrenz zwischen der SBB und der BLS; auch Player wie die Deutsche Bahn oder SNCF wollen sich ihr Stück vom Fernverkehrskuchen abschneiden.»

Giorgio Tuti rief den 123 Delegierten auch in Erinnerung, dass die Schweiz nicht das einzige Land ist, das mit schwierigen Rahmenbedingungen kämpft. In den umliegenden Ländern ist der Druck auf die Arbeitsbedingungen gross: «Allein in Deutschland gibt es 126 Personalverleiher–es geht längst nicht nur um Lokomotivführer.»

Der SEV-Präsident zeigte sich im Hinblick auf die Verhandlungen trotzdem zuversichtlich, da die SEV-Mitglieder immer klar gesagt haben, wo die Grenzen des Zumutbaren überschritten werden. In einem schwierigen Umfeld «wird es zweifellos darum gehen, mit Fahnen zu demonstrieren, aber auch darum, härtere Massnahmen zu prüfen. Ihr seid die Botschafter. Sprecht über die Verhandlungen, sprecht über den GAV mit jenen, die noch nicht Mitglied des SEV sind.»

Der SEV erwartet Angriffe auf den Contrat social und Forderungen des SBB-Managements für eine stärkere Flexibilisierung. «Der SEV ist gut aufgestellt, um Angriffen auf die Arbeitsbedingungen zu begegnen; dank seinen Mitgliedern, aber auch dank der Kompetenz seiner Gewerkschaftsprofis, die in den wichtigen Dossiers sattelfest sind: Arbeitszeit, Digitalisierung und Löhne.»

Delegationsleiter Manuel Avallone wies seinerseits darauf hin, wie wichtig es ist, einen einzigen GAV auszuhandeln: Die GAVs SBB und SBB Cargo zu trennen kommt nicht infrage.

SEV setzt sich für alle ein!

Die Forderungen des SEV sind vom Geist der Solidarität geprägt: «Unsere Forderungen müssen alle Angestellte betreffen. Das macht unsere Stärke aus: Wir verhandeln für alle!»

Unter den vom Plenum akzeptierten Leitplanken schälen sich zwei grosse Themenblöcke heraus: die Lohnentwicklung und die Auswirkungen der Digitalisierung auf die Arbeitsbedingungen. «Man muss den Mechanismus des Lohnanstiegs ändern. Mit 0,8% der Lohnsumme ist der Spielraum zu gering und abhängig von der Anzahl der Beschäftigten im Aufstieg. Die Jungen brauchen einen schnelleren Aufstieg; sie warten schon lange darauf», so Manuel Avallone.

Digitalisierungsfolgen

Zahlreiche Wortmeldungen befassten sich mit den Auswirkungen der Digitalisierung: «Ich muss wissen, was sich in meinem Unternehmen tut. Aber das muss ich in der Freizeit leisten, denn ich muss 30 bis 40 Seiten verarbeiten!» Ein Kollege stimmte zu: «Man kann nicht rund um die Uhr erreichbar sein. Das ist nicht die Zukunft, die wir wollen.»

Die Kolleg/innen verlangen einen Zeitausgleich, aber auch Weiterbildungsmassnahmen, um sich den Veränderungen anpassen zu können. Jemand fragt sich, was mit jenen passiert, die die digitale Revolution nicht mitmachen können. Diese Entwicklung darf nicht das Ende der Berufe einläuten, weil alles von den Maschinen gemacht wird… «Man kann die Digitalisierung nicht verhindern, aber man kann und muss Massnahmen für Gesundheitsschutz und Weiterbildung fordern. Und wir wollen an diesen Veränderungen teilhaben und uns einbringen, insbesondere bei der Entwicklung der Berufsbilder!» erklärte Manuel Avallone.

Andere Forderungen betreffen die Work-Life-Balance und die Arbeitszeiterfassung. Der Schutz des Personals bei Arbeitsunfähigkeit wegen Krankheit und Unfall wie auch die Verankerung der Berufsinvalidität im GAV sind ebenfalls in den Forderungskatalog aufgenommen worden.

Vivian Bologna/pan.

Schwarze Wolken über der Pensionskasse SBB

Die Pensionskasse SBB leidet – wie alle Pensionskassen im Land. Sie leidet am Tiefzins und an der Alterspyramide. Deshalb ist der Stiftungsrat daran, Massnahmen zu ergreifen. Eine sofortige Umsetzung hätte eine Leistungseinbusse als Konsequenz.

Der SEV ist klar der Meinung, dass dies für das Personal unzumutbar ist, auch wenn die Massnahmen etappiert erfolgen sollen. Deshalb wurden mit der SBB Abfederungsmassnahmen diskutiert. Momentan ist jedoch noch keine Lösung in Sicht. Der SEV fordert, dass die Abfederungsmassnahmen durch die PK SBB finanziert werden. Im Wissen, dass damit eine Senkung des Deckungsgrades bei der PK SBB verbunden ist. Ebenfalls fordert der SEV, dass die SBB eine Garantie für den Fall einer Unterdeckung übernehmen muss. Im Gegenzug wäre der SEV bereit, über eine paritätische Erhöhung der Sparbeiträge zu diskutieren und der SBB die Möglichkeit zu geben, unter gewissen Bedingungen mehr OR-Verträge abzuschliessen.

Die konkreten Forderungen und die Haltung des SEV wurden von der GAV-Konferenz nach einer engagierten Diskussion akzeptiert. Viele Delegierte fanden, das Personal sei im Zusammenhang mit der Pensionskasse schon oft genug zur Kasse gebeten worden. Der SEV ist bereit zu weiteren Gesprächen. Der Ball liegt jetzt bei der SBB.

sev

Kommentare

  • Martinez Jose Luis

    Martinez Jose Luis 09/11/2017 20:47:33

    Et les declassements, Avec les nouveaus postes, 26 ans de CFF, en faisant des horaires irreguliers, bosser les week-ends, etc., pour me retrouver Avec garantie de salaire et donc salaire bloqué jusqu'à ma Retraite, car j'ai bientôt 55 ans, si il ne baisse pas, car les garanties de salaire, sont garanties jusqu'à quand ? Et sur les affiches de notre cher employeur c'est écrit que c'est une Valorisation, et bien bravo !!Le syndicat devrait être plus acharné pour nous defendre, les models de Retraite, je n'en parle même pas parce que c'est du pipo !!

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