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Vorstand SEV

«Der GAV SBB, unser Leitstern»

Die Verhandlungen über den GAV SBB/SBB Cargo standen im Zentrum der Vorstandssitzung vom 17. November. Dem wichtigsten Geschäft des SEV im nächsten Jahr ist auch unser Edito gewidmet.

Der Leiter der Verhandlungsdelegation GAV SBB/SBB Cargo, Manuel Avallone, rief in Erinnerung, dass der SEV im Moment in der Fläche unterwegs ist, um das Personal für die GAV-Verhandlungen des nächsten Jahres zu sensibilisieren: «Diese Präsenz in der Fläche kommt bei den Angestellten sehr gut an. Die von uns überbrachte Botschaft ist dabei klar: Der GAV fällt nicht vom Himmel.»

Manuel Avallone erinnerte daran, dass es nicht in Frage kommt, zwei verschiedene GAV für SBB und SBB Cargo zu verhandeln. Präsident Giorgio Tuti haute in die gleiche Kerbe, indem er die Wichtigkeit des GAV SBB/SBB Cargo mit diesen Worten charakterisierte: «Er ist der Leitstern unserer Vertragspolitik. Wir müssen alle für dieses Dossier mobilisieren, das unser Thema Nummer eins im Jahr 2018 sein wird. Vom Personal des SEV über die Unterverbände bis zu den Sektionen müssen wir alle Kräfte für diese überaus wichtigen Verhandlungen bündeln, denn sie beeinflussen die GAV in andern Transportunternehmungen.»

Die Broschüre über das Ergebnis der Mitgliederumfrage zum GAV SBB/SBB Cargo wurde an vielen SBB-Standorten verteilt – wie hier im Wankdorf durch den Unterverband AS.

Gilbert D’Alessandro, Präsident des Unterverbandes VPT, sekundierte: «Bei den Transports publics fribourgeois werden wir den GAV 2020 verhandeln. Der Tenor des GAV SBB spielt dabei eine extrem wichtige Rolle. Der VPT ist deshalb absolut solidarisch mit den SBB-Verbänden und unterstützt eine starke Mobilisierung. Bei den Lausanner Transportbetrieben hat man gesehen, dass eine gute Mobilisierung auch bei der Werbung wirkt.»

Der GAV SBB/SBB Cargo findet sich deshalb zu Recht unter den Schwerpunkten 2018 des SEV. Diese Schwerpunkte wurden vom Vorstand ein erstes Mal durchberaten und werden am 15.Dezember noch einmal traktandiert und verabschiedet.

Der Vorstand hat des weitern das neue Reglement über Massnahmen bei Arbeitskonflikten genehmigt, das die bisherigen zu Kampfmassnahmen und den Kampffonds vereinigt. Es regelt insbesondere die Entschädigungen im Streikfall und die nötigen Bedingungen, um über Kampfmassnahmen zu entscheiden.

Schliesslich wurde Sven Zimmermann auf den 1.1.2018 als Jugend-Vertreter in den Vorstand gewählt, er ersetzt Janos Jorosch, der Ersatz wird.

vbo/pan.

«Wir müssen gemeinsam kämpfen, damit jedes Mitglied von einem sehr guten GAV profitieren kann.»

Giorgio Tuti, Präsident SEV

Die Erneuerung des GAV SBB / SBB Cargo ist unsere absolute Priorität im Jahr 2018. Es ist nicht unnütz, sich die Gründe dafür in Erinnerung zu rufen: Dieser GAV betrifft praktisch das ganze Personal von SBB AG und SBB Cargo AG. Und die Hälfte davon ist Mitglied im SEV. Die Verhandlungen werden geführt, während die SBB mit blindem Eifer RailFit 20/30 einführt. Wir werden Zeuge der lohnmässigen Rückstufung von Angestellten bei P-Operating (siehe Seite 16). Stellenabbau und Verschlechterung der Arbeitsbedingungen treffen das SBB-Personal mit aller Härte. Die Leitung der SBB hat angekündigt, den GAV anzugreifen, um Sparmassnah- men realisieren und die Produktivität erhöhen zu können. Um den GAV zu verteidigen, hat der SEV diesen Herbst die Kampagne «Mein GAV – ein Geschenk des Himmels» lanciert.

Ein weiteres wichtiges Element leitet uns in diesen Verhandlungen: die Rolle dieses GAV in der ganzen Branche. Alle Unternehmen des öffentlichen Verkehrs schauen auf die SBB. Wie oft haben wir von KTU-Direktionen gehört, sie könnten einer Forderung nicht entsprechen, weil ihr auch die SBB nicht nachkomme.

Wir von unserer Seite stützen uns auf die Arbeitsbedingungen und Löhne der SBB, wenn wir die Branchenüblichkeit definieren. Diese Frage scheint weit weg, aber sie stand im Zentrum unseres Kampfes gegen Dumpinglöhne bei Crossrail, die ihren Lokführern rund 2000 Franken monatlich weniger bieten wollte. Mit juristischen Mitteln ist es dem SEV gelungen, die Löhne des Personals des öffentlichen Verkehrs zu verteidigen. Mit einem Sieg im Grundsatz: nachdem Crossrail auf ihr Geschäftsmodell verzichtete, brauchte das Gericht nicht mehr zu entscheiden.

Es ist mir wichtig, zum Schluss daran zu erinnern, dass die Verteidigung des GAV SBB / SBB Cargo heute wichtiger ist als je. Etliche Kantone stoppen ihre Finanzierungen und opfern die Arbeitsbedingungen und Löhne auf dem Altar des Wettbewerbs, der vom BAV gepriesen wird. Deshalb geraten auch die GAV der KTU unter Druck. Werden sie schlechter, hat das Auswirkungen auf die ganze Branche und wiederum auf die Kolleg/innen der SBB. Ein Teufelskreis, den wir gemeinsam bekämpfen müssen: SEV-Personal, Unterverbände und Sektionen. Damit alle, jedes Mitglied von einem sehr guten GAV profitieren kann.

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