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SBB Cargo

Wagenladungsverkehr 2017: «Ohne SEV hätten wir nicht mitreden können»

Das neue Angebot von SBB Cargo wird zu Veränderungen in den Regionen führen. Der SEV hat interveniert und konnte gute Lösungen finden.

Jean-Pierre Etique präsentiert den Kollegen in Neuenburg den Stand der Verhandlungen.

Mit dem Konzept «Wagenladungsverkehr 2017» (WLV 17) von SBB Cargo soll das Angebot vergrössert und die Nutzung der Infrastruktur verbessert werden. Da das Konzept Auswirkungen auf die Organisation gewisser Teams hat, schlugen die SEV-Mitglieder vor dem Sommer Alarm.

Neue Arbeitsmethoden

Die Basis des neuen Konzepts ist eine standardisierte 24-Stunden-Mehrphasenproduktion sowie eine komplementäre und präzise Buchungslogik. Die Abwicklung in den Rangierbahnhöfen wird neu in drei Phasen durchgeführt. Ziel ist es, die Rangierzeiten so einzurichten, dass der Personenverkehr möglichst nicht tangiert wird. Durch die ununterbrochene 24-Stunden-Produktion können Trassen für den Güterverkehr besser ausgenutzt werden.

Konsequenzen fürs Personal

SBB Cargo wird regional zusätzliches Personal benötigen. Das Projekt wird folglich keinen Stellenabbau nach sich ziehen. Die durchgehende Produktion und die Vergrösserung der Einsatzrayons hat aber eine Verlagerung von Arbeitsplätzen zur Folge. 65 Mitarbeitende in der ganzen Schweiz sind von diesen Versetzungen betroffen. Diese Personen sind dank dem GAV geschützt: Im ersten Jahr muss die Hälfte des zusätzlichen Arbeitswegs als Arbeitszeit gewährt werden.

Fusion Jura–Seeland

Aus dem Team Jura werden 21 Mitarbeitende versetzt, weil die Teams Jura und Seeland zusammengelegt werden. Wer bisher den Arbeitsort in Cornaux, Delémont, Neuchâtel oder Reuchenette-Péry hatte, wird ihn künftig in Biel haben. Zwei Gewerkschaftssekretäre, Jean-Pierre Etique und Daniel Froidevaux, haben die Kollegen bei den Verhandlungen mit der Leitung über die Versetzungen unterstützt. Nach einigen Sitzungen konnte eine Einigung erzielt werden, und die Mitglieder sind sichtlich zufrieden.

«Die Diskussionen fanden in einem offenen Rahmen des konstruktiven Dialogs statt», erklärt Jean-Pierre Etique, «die SBB zeigte ein offenes Ohr.» Die Arbeit kann weiterhin für viele Touren am aktuellen Arbeitsort angetreten werden. So können unnötige Arbeitswege nach Biel vermieden werden, vor allem für die Jurassier, die in Delémont arbeiten. Philippe Elzingre, Angestellter von Cargo in Cornaux und Neuchâtel, freut sich: «Wenn wir uns nicht an die Gewerkschaft gewandt hätten, hätten wir überhaupt kein Mitspracherecht gehabt. Es stellte sich heraus, dass die Lösung, die wir vorschlugen, durchführbar und für alle Beteiligten interessant ist.»

In Zürich fand ebenfalls ein runder Tisch statt, und auch dort konnten die Meinungsverschiedenheiten beseitigt werden.

Weitere Personalkategorien betroffen

Das Lokpersonal von SBB Cargo ist von den Veränderungen auch betroffen. Arbeitsplatzverluste können jedoch vermieden werden, indem Leistungen in andere Depots verschoben werden oder Mitarbeitende temporär oder definitiv zum Personenverkehr wechseln. Darüber freut sich die Gewerkschaft, und auch die Mitglieder sind erleichtert.

Henriette Schaffter / kt

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