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Medienmitteilung vom 23. Juni 2017

Enthüllungen über Domo Reisen: BAV muss Konzessionserteilung sofort stoppen

Was der «Beobachter» in seiner heutigen Ausgabe über Domo Reisen aufdeckt, zeigt, wie weit das Unternehmen mit seinen Praktiken die Sicherheit von Fahrgästen und Personal gefährdet. Mehrere Zeugen berichten von Verletzungen der Verordnung über die Arbeits- und Ruhezeit der berufsmässigen Motorfahrzeugführer und -führerinnen. Die Gewerkschaft des Verkehrspersonals SEV fordert das Bundesamt für Verkehr (BAV) auf, die Prüfung einer Konzessionserteilung an Domo Reisen sofort abzubrechen. Die Firma will mehrere Fernbuslinien in der Schweiz betreiben.

«Was heute über die Praktiken von Domo Reisen publik wurde, geht weit über das hinaus, was man sich vorstellen konnte», empört sich SEV-Vizepräsidentin Barbara Spalinger. «Erschöpfte Chauffeure mussten Passagieren das Steuer überlassen! Die Vorschriften zu den Arbeits- und Ruhezeiten der Fahrer/innen werden nicht eingehalten.»

Für SEV-Präsident Giorgio Tuti zeigen die Enthüllungen auf, dass die Billigtarife von Busunternehmen wie Domo Reisen völlig von der Realität abgehoben sind: «Diese Tarife haben einen Preis, den die Fahrer und Fahrerinnen bezahlen müssen, nämlich mit miserablen Löhnen und katastrophale Arbeitsbedingungen. Aber auch die Reisenden bezahlen dafür die Zeche, indem ihre Sicherheit nicht immer gewährleistet ist. Dies zeigt deutlich, wohin der Wettbewerb mit immer tieferen Preisen führt.» Deshalb fordert der SEV das BAV auf, das Konzessionsgesuch von Domo Reisen für Fernbuslinien in der Schweiz sofort abzuweisen. «Jeder andere Entscheid wäre unverantwortlich», stellt Giorgio Tuti klar.

Der SEV hat schon immer vor der Konkurrenzierung von Bahnverbindungen in der Schweiz durch Fernbusse gewarnt. «Das einzigartige Bahnangebot der Schweiz ist der tragende Pfeiler ihrer Verkehrspolitik», ruft Giorgio Tuti in Erinnerung. Zudem will Domo Reisen nur auf den rentabelsten Strecken alternative Verbindungen zur Bahn anbieten.

Weitere Auskünfte:

Giorgio Tuti, Präsident SEV: 079 221 45 64
Barbara Spalinger, Vizepräsidentin SEV: 079 642 82 64

 

Kommentare

  • Alessandro Biagioli

    Alessandro Biagioli 22/10/2017 17:29:58

    Da wird wieder mal übertrieben. Die Gewerbepolizei kontrolliert die Buschauffeure wie auch Taxis regelmässig. Wenn ein Chauffeur übermüdet ist, weil er seine Ruhezeit nicht einbehält und nicht schläft am freien Tag, ist es seine Schuld, wenn er müde ist und nicht das Busunternehmen. Domo - Reisen macht die Preise nach dem Kunden und nicht wie die Öffentlichen Verkehrsbetriebe Wie SBB usw. nach den Gewerkschaften, Politiker und den zu vielen Mitarbeitern die zum Teil nur den Job kriegen, weil sie in der "richtigen" Partei sind. Zum Glück gibt es die Privatunternehmer die mit optimierten Preisen für Kunden, Mitarbeitern und Geschäft operieren. Ein Pensionierter der auch mal Selbständig war

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