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75. Kongress des SEV in Bern eröffnet

Giorgio Tuti ist neuer Präsident des SEV

Der Kongress des SEV hat Giorgio Tuti ohne Gegenstimmen zum neuen Präsidenten gewählt. Der 45-jährige Solothurner folgt auf Pierre-Alain Gentil, der im letzten Herbst überraschend verstorben war. In seiner Eröffnungsrede legte Tuti das Schwergewicht auf Akzente in der Vertrags- und Sozialpolitik sowie auf interne Reformen im SEV, die der Kongress bis morgen Mittag beschliessen soll.

Giorgio Tuti Präsident SEV

Ein letztes Mal würdigte der SEV am Anfang des Kongresses im Kursaal Bern das Wirken von Pierre-Alain Gentil, der dort vor genau vier Jahren zum Präsidenten der Verkehrsgewerkschaft gewählt worden war. Letzten Sommer erkrankte er und verstarb nach wenigen Wochen. Er hinterliess eine grosse Lücke – aber auch einen klaren Auftrag, hatte doch der SEV unter seiner Führung zahlreiche interne Reformen angepackt, die nach seinem Tod weitergeführt wurden.

Seine Nachfolge war eine klare Sache: Giorgio Tuti hatte bereits kurz nach der Erkrankung Gentils von der Geschäftsleitung die Führung des SEV übertragen erhalten, seit Oktober als interimistischer Präsident. Seine Wahl war heute unbestritten, hatte doch Tuti in der schwierigen Übergangszeit seine Führungsqualitäten klar gezeigt und den SEV auf Kurs gehalten. Nun hat ihn der Kongress mit einem Spitzenresultat zum Präsidenten gewählt. Die Wahl erfolgt auf eine vierjährige Amtsperiode.

Tuti sieht den SEV vor grossen Herausforderungen auf drei Ebenen: politisch, gewerkschaftlich und intern. Politisch sieht er den Kampf gegen den Sozialabbau als oberstes Anliegen, stehen doch AHV, IV und Pensionskassen unter grossem Druck. Im Gegensatz zu den Banken erwarte der SEV bei den Pensionskassen keine Geschenke: «Hier fordern wir nicht mehr als eine korrekte Ausfinanzierung, also genau das, was uns zusteht!»

Auf der gewerkschaftlichen Ebene setzt Tuti auf Gesamtarbeitsverträge, die der SEV grundsätzlich mit allen Firmen anstrebt, bei denen Mitglieder tätig sind. Mit den Kantonen verhandelt der SEV Rahmenverträge, und schliesslich sind auf nationaler Ebene (allgemeinverbindliche) Branchenverträge anzustreben. Es gelte aber auch den anhaltenden Restrukturierungen im öffentlichen Verkehr Druck entgegenzuhalten, damit diese nicht zum reinen Selbstzweck werden.

Schliesslich rief Tuti die 250 Delegierten auf, die Anträge zur internen Reform des SEV gutzuheissen. Es gehe darum, der Gewerkschaft zeitgemässe Strukturen zu geben, die auch die Grundlage für einen Mitgliederzuwachs bilden. «Nur eine starke Gewerkschaft ist in der Lage, ihre Forderungen durchzusetzen», betonte Tuti und ergänzte: «Wir suchen den Konflikt mit den Arbeitgebern nicht, aber wenn es dazu kommt, weichen wir ihm nicht aus!»

Zur Person

Giorgio Tuti ist 45-jährig. Nach einem Studium in Recht und Wirtschaft an der Universität Bern stieg er umgehend in der Gewerkschaftsbewegung ein. Er war beim Solothurner Gewerkschaftsbund und bei der damaligen GBI im Tessin tätig, bevor er 1997 zum SEV stiess. 2001 wurde er zum Vizepräsidenten gewählt. Als Präsident Pierre-Alain Gentil im vergangenen Sommer schwer erkrankte, übernahm Tuti die Gesamtverantwortung im SEV, nach dem Tod Gentils setzte ihn die Geschäftsleitung als Präsidenten ad interim ein. Giorgio Tuti lebt mit seiner Frau und den beiden Töchtern in Langendorf bei Solothurn.

Pressebilder von Giorgio Tuti anlässlich seiner Wahl zum SEV-Präsidenten

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Kernaussagen aus Tutis Rede als O-Ton

Pressebilder

Pressebilder von Giorgio Tuti anlässlich seiner Wahl zum SEV-Präsidenten:

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