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Vorstand SEV genehmigt Jahresabschluss

Schwarze Zahlen in der Rechnung des SEV

Der Vorstand hat die Rechnung 2015 mit einem Gewinn von 258 000 Franken genehmigt. Zudem hat er das neue Konzept der Jugendkommission und das Entwicklungskonzept der Kommunikation behandelt.

Danilo Tonina, Vizepräsident des Vorstands (links), zusammen mit den neugewählten Gewerkschaftssekretärinnen und dem neugewählten Gewerkschaftssekretär: Die Coachs Elena Obreschkow und Baptiste Morier sowie die Gleichstellungs- und Jugendbeauftragte Lucie Waser.

Obwohl er dem Vorstand einen Gewinn von 258 000 Franken präsentieren konnte, gab sich Finanzchef Aroldo Cambi vorsichtig: «Das ist ein guter Abschluss; wir sind finanziell solid. Es geht darum, auf diesem Weg weiterzugehen, denn der Mitgliederrückgang hält trotz der positiven Wirkung des Sektionscoachings an.»

Zwei Hauptgründe

Der Überschuss ist vor allem auf zwei Gründe zurückzuführen: Das Hotel Brenscino schloss ohne Verlust ab – dafür waren 200 000 Franken bereitgestellt – und die Kosten blieben gut im Budget. «Die Zuständigen der Budgets haben sehr diszipliniert gearbeitet», stellte Cambi fest. Dank gezielten Einsparungen in der Administration und der Verjüngung der Belegschaft blieben die Personalkosten stabil.

Trotz diesem guten Resultat ist Vorsicht geboten, denn die Mitgliederzahl ging um 1,57 Prozent zurück, vor allem wegen der Todesfälle der Pensionierten. Die Neueintritte reichen nicht aus, um Austritte und Todesfälle zu kompensieren.

Das Vermögen brachte einen Ertrag von 274 000 Franken. «Aber mit Obligationen verdient man zurzeit gar nichts, und die Aufhebung des Eurokurses durch die Nationalbank hat uns Einbussen von rund 200 000 Franken gebracht. Zum Glück hat sich der amerikanische Dollar ganz und der Euro teilweise von diesem Taucher erholt, sonst hätten wir ein negatives Finanzergebnis», erläuterte Cambi.

Jugendkonzept in Arbeit

Die Jugendkommission hat ihr Konzept überarbeitet mit dem Ziel, noch verstärkt unter 30-Jährige für den SEV zu gewinnen. «Unsere Kommission ist sehr aktiv; sie ist einzigartig in der Schweizer Gewerkschaftslandschaft», betonte Lucie Waser, Jugendbeauftragte des SEV.

Eine der Ideen ist, den Nachwuchs zu stärken, indem in den Sektionen noch stärker eine Willkommenskultur gepflegt wird. Ein weiteres Element ist der Aufbau eines Mentorings: Leute aus unterschiedlichen Generationen, aus verschiedenen Bereichen des gleichen Unternehmens, Mitglieder des gleichen Unterverbands sollen zusammengebracht werden.

Als weiteres Element zur Vernetzung sollen noch dieses Jahr zwei Begegnungen über die Generationen hinweg stattfinden. «Bei einem Jass sollen sich Jugendliche und Pensionierte treffen, und ein Grillabend soll Lernende und Leute im Pensionierungsalter vereinigen», erläuterte Lucie Waser. Näheres dazu wird demnächst festgelegt. Beide Anlässe sind im zweiten Halbjahr vorgesehen.

Von der Lehre direkt zu den Aktiven

Ein weiteres Anzeichen dafür, dass die Werbung junger Mitglieder zentral ist, ist die klare Zustimmung des Vorstands zu einem Antrag des Unterverbands AS: Er will, dass Lernende – die vom Beitrag befreit sind – direkt der jeweiligen Aktiv-Sektion zugeteilt werden statt der Sektion Auszubildende. So sollen sie direkt ins Gewerkschaftsleben integriert werden.

Der Vorstand nahm zudem den Zwischenbericht zur Weiterentwicklung des Kommunikationskonzepts entgegen (siehe Dossier Seiten 12 bis 14).

Weiter hat er nach Ablauf der üblichen zwei Jahre im SEV zwei neue Gewerkschaftssekretärinnen und und einen Gewerkschaftssekretär gewählt: Lucie Waser, zuständig für die Jugend- und die Frauenkommission sowie die beiden Sektionscoaches Elena Obreschkow und Baptiste Morier.

Vivian Bologna / pmo

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