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Elvetino setzt neues Bordgastronomiekonzept «SBB Catering 3.0» in ersten Zügen um

SEV fordert faire Chance für alle Stewards

Ab Oktober werden in ersten Zügen die Railbars durch Selbstbedienungszonen und Bedienung an 1.Klass-Sitzplätzen ersetzt. So sollen bis Ende 2017 alle Railbars verschwinden. Der SEV fordert, dass Elvetino allen Stewards eine faire Chance auf Weiterbeschäftigung bietet und die Vereinbarung vom April umsetzt.

Zum neuen Konzept, das Elvetino schon im Januar angekündigt hat, gehört auch die Schliessung der stationären Elvetino-Stände in den Bahnhöfen, die in diesem Sommer bereits erfolgt ist und 65 Mitarbeitende betraf – siehe Box. Zusätzlich sollen also bis Ende 2017 die Stellen der bisher rund 200 Railbar-Stewards verschwinden, wobei diese alle alternative Stellen angeboten erhalten sollen, wie Elvetino verspricht. «Wir erwarten von Elvetino, dass sie alle Betroffenen unter Berücksichtigung deren individuellen Bedürfnisse an ihre neue Aufgabe heranführt», betont SEV-Gewerkschaftssekretärin Regula Bieri. «Alle müssen eine faire Chance erhalten, die verlangten Verkäuferfähigkeiten und Sprachkenntnisse zu erwerben.»

Vereinbarung umsetzen

Elvetino hatte im Januar die Abschaffung der Railbars publik gemacht, ohne Personalkommission und Sozialpartner im Voraus zu informieren, wie es der GAV vorschreibt. Die Mitglieder von SEV und Unia beschlossen daraufhin an einer Versammlung den Gang vor Schiedsgericht, haben aber bisher darauf verzichtet, weil die Elvetino-Leitung Fehler eingestand und viel guten Willen zeigte, Misstände auszuräumen. Im April unterzeichnete sie mit SEV und Unia eine Vereinbarung mit folgenden Massnahmen:

  • Ausarbeitung standardisierter Informationsabläufe; mindestens halbjährliche Treffen mit CEO Wolfgang Winter;
  • Festanstellungsangebot an alle Aushilfen, die mindestens seit 1. Mai 2015 bis April 2016 bei Elvetino ununterbrochen und mindestens 80 Stunden monatlich gearbeitet haben;
  • Elvetino gibt bei Rechtsschutzfällen innert drei Tagen eine Eingangsbestätigung und versucht die Sache innert zwei Wochen zu erledigen;
  • um die lückenlose Einhaltung des Arbeitszeitgesetzes zu gewährleisten, erstellt Elvetino Checklisten für die Einteiler und ergreift nötigenfalls weitere Massnahmen.

Vor allem der letzte Punkt bereitet Elvetino bei der Umsetzung noch Mühe und stand denn auch im Mittelpunkt des Halbjahrestreffens mit Direktor Winter vom 21. September.

Fi

SEV erreicht Weiterbeschäftigung von 58 der 65 Standverkäufer/innen

Wie im Januar angekündigt hat Elvetino bis Ende Juli alle in Kooperation mit Segafredo betriebenen Verkaufsstellen («Stände») in den Bahnhöfen mit 65 Mitarbeitenden geschlossen. Die Mehrheit der Standflächen konnte die SBB an andere Anbieter wie Migros oder Marché vermieten, die anderen Stände verschwinden ganz.

Der SEV hat die Restrukturierung eng begleitet und darauf hingewirkt, dass die 100-prozentige SBB-Tochterfirma ihre soziale Verantwortung wahrnimmt. Elvetino hat mit den neuen Standbetreibern vereinbart, dass sie die Elvetino-Mitarbeitenden übernehmen. Die Verkäufer/innen der ganz aufgegebenen Stände können in andern Elvetino-Bereichen weiterarbeiten, z.B. in Speisewagen oder in der Logistik – ausser den sieben bisherigen Mitarbeitenden der Theke in der Sihlpassage des Hauptbahnhofs Zürich: Sie mussten entlassen werden, da bei Elvetino keine Stellen mehr offen waren, als die geplante Standübergabe erst Ende Mai platzte.

Der SEV hat aber erreicht, dass alle sieben ab dem Kündigungsdatum (1. Juni) noch fünf Monatslöhne erhalten, unabhängig von der individuell unterschiedlich langen Kündigungsfrist.

Fi

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