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Jugendkommission

Jugend: Solidarisch und vernetzt

«Die Pensionierten sind hier untervertreten!», sagte Chris Corthesy und eröffnete die erste Sitzung der Jugendkommission in der Romandie mit einer Prise Humor. Die Sitzung weckte das Interesse von Login-Lernenden wie auch von Mitgliedern jenseits des Röstigrabens.

In einer Brainstorming-Session kam das zentrale Thema der Sitzung zur Sprache. Ein Lernender schilderte das Problem: «Aufgrund der beschränkten Dauer der Lehre bringt mir meine Präsenz im SEV persönlich nichts. Ich möchte einfach, dass die SBB ein guter Service-public-Anbieter bleibt, aber schlussendlich können die Lernenden nicht viel dazu beitragen.»

Dennoch freute sich Anthony Reymond, dass auch die Jüngsten anwesend waren und über ihre Arbeitsbedingungen sprachen. Zusammen mit Jordi D’Alessandro brachten sie die Entlöhnung der Lernenden zur Sprache. Eine Lohnerhöhung für Personen in Ausbildung lässt schon lange auf sich warten. Sollte sich die Gewerkschaft von den Lernenden abwenden, so würden diese rasch zu billigen Arbeitskräften, die kaum Ahnung von ihren eigenen Rechten haben.

Deshalb braucht es gemeinsame Ziele. Die Jungen wissen sehr wohl, dass es in der ganzen Branche zu Ausbeutung kommen kann, wenn man eine spezifische Situation einfach toleriert.

Anthony erklärt: «Klar, die Mitgliederbeiträge sind wichtig, aber ein Angestellter darf uns auch kontaktieren, wenn er noch nicht SEV-Mitglied ist. Wir stehen zur Verfügung, wann immer es Probleme gibt.» Gilbert D’Alessandro betont, man könne auch in der Gewerkschaft sein, ohne ein Aktivist zu werden. Bei Verhandlungen ist es der Organisationsgrad, welcher dem SEV seine Verhandlungsstärke gibt. Ausserdem müssen Lernende keine Mitgliederbeiträge zahlen. Das Einzige, was man tun muss, ist, dem SEV beizutreten – nichts leichter als das.

Die Kommission erlaubt ein Denken, das über die Struktur der Unterverbände hinausgeht. So erfahren die Anwesenden zum Beispiel, welchen Lohn ihre Kolleg/innen in anderen Unternehmen erhalten. Und dieser Austausch geschieht in einer lockeren Atmosphäre (z.B. bei Grillfesten oder sportlichen Aktivitäten). In der Kommission spricht man die Sprache der zukünftigen Gewerkschafter/innen, die sich in einer Arbeitswelt zurechtfinden müssen, die zunehmend «corporate» ist. Ein solidarisches Netzwerk ermöglicht es der neuen Generation, die Scheuklappen, die ihnen von ihren Arbeitgebern verpasst werden, abzulegen und über die Grenzen der eigenen Unternehmung hinaus zu sehen.

Magali Minoia / kt

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