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Der SEV-Präsident kandidiert für das Präsidium der ETF-Eisenbahnsektion

Giorgio Tuti stellt sich zur Wahl

Giorgio Tuti ist seit acht Jahren Präsident im SEV. Jetzt kandidiert er für das Präsidium der Eisenbahnsektion in der Europäischen Transportarbeiter-Föderation (ETF). Die Wahl findet am 9. März statt.

Wird Giorgio Tuti zum obersten europäischen Bahngewerkschafter?

«Ich werde nicht nach Brüssel ziehen, falls ich gewählt werde. Der SEV bleibt mein Hauptgeschäft», betont Giorgio Tuti gleich zu Beginn des Gesprächs mit kontakt.sev. Es war auch gar nicht sein Ziel, für das Präsidium der ETF-Eisenbahnsektion zu kandidieren, sondern er wurde von der deutschsprachigen Ländergruppe vorgeschlagen. «Später sicherten mir auch andere Länder wie zum Beispiel Frankreich, Belgien und die nordischen Länder ihre Unterstützung zu.» Nach reiflicher Überlegung entschied er sich für die Kandidatur, da sie auch für den SEV wichtig ist. Tuti ist bereits heute im Exekutivausschuss der ETF, die in Brüssel angesiedelt ist.

Die Eisenbahnsektion der Europäischen Transportarbeiter-Föderation besteht aus 83 Eisenbahngewerkschaften aus 37 europäischen Ländern und umfasst rund 850000 Beschäftigte. Das klingt nach viel Arbeit: «Konkret müsste ich als Präsident der ETF-Eisenbahnsektion die Sitzungen der Sektion leiten und mit den Mitgliedern der Sektion die Gewerkschaftsposition definieren», erklärt Tuti. Zudem würde er die Verhandlungsdelegation im sozialen Dialog führen. Auf europäischer Ebene sei der soziale Dialog – die Verhandlungsplattform zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer – ins Stocken geraten. Tuti möchte ihn wiederbeleben.

Flankierende Massnahmen

Nebst dem sozialen Dialog müsste sich Giorgio Tuti als Präsident der ETF-Eisenbahnsektion mit einem weiteren grossen Thema beschäftigen: dem unaufhaltbaren Trend hin zu Liberalisierung, Marktöffnung und Wettbewerb im Eisenbahnsektor. «Um zu verhindern, dass die Angestellten den Preis dafür bezahlen, braucht es unbedingt flankierende Schutzmassnahmen», erklärt Tuti. Es braucht Rahmenbedingungen zum Schutz der Angestellten und für die Sicherheit des Systems. Tuti warnt vor Dumping bei Ausbildung und Arbeitszeit sowie beim Lohn und den Sozialleistungen. Auch das hat Auswirkungen auf die Sicherheit. «Ich will mich dafür einsetzen, dass dieser Wettbewerb nicht völlig aus dem Ruder läuft und man nicht plötzlich Bedingungen hat wie teilweise im Güterverkehr auf der Strasse.»

Wahl und Amtsantritt

Die ETF-Delegierten entscheiden am 9. März über den neuen Präsidenten der Eisenbahnsektion. Der bisherige Präsident Guy Greivelding aus Luxemburg tritt altershalber nach acht Jahren zurück.

Sollte Giorgio Tuti als neuer Präsident gewählt werden, dann würde seine Amtsperiode am nächsten ETF-Kongress beginnen. Dieser findet vom 22. bis 26. Mai 2017 in Barcelona statt. Bis dahin hätte er genügend Zeit, sich einzuarbeiten und Geschäfte vorzubereiten.

Karin Taglang

Resultat

Das Wahlresultat war bei Redaktionsschluss noch nicht bekannt, da die Wahl zeitgleich mit der Verteilung dieser Ausgabe von kontakt.sev stattfindet. Die ETF-Delegierten wählen den neuen Präsidenten für die Eisenbahnsektion heute Donnerstag, 9. März, um 11 Uhr.

Der SEV wird das Wahlresultat am Mittag in einer Medienmitteilung publizieren. Diese wird auf unserer Webseite unter www.sev-online.ch/medien/ medienmitteilungen ersichtlich sein. Zusätzlich wird das Resultat auf Facebook und in unserem Newsletter kommuniziert und schlussendlich auch in der nächsten Ausgabe von kontakt.sev, die am 23. März erscheint.

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