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BLS-Jahresergebnis 2020

Auch in schwierigen Zeiten kann die BLS auf ihre Mitarbeitenden stolz sein

In der anhaltenden Pandemiesituation hat die BLS heute wie erwartet einen grossen Verlust 2020 präsentiert. Insbesondere in ihrem Geschäftsfeld Personenmobilität hat die Unternehmung stark unter den Corona-Restriktionen und dem damit einhergehenden Passagiereinbruch gelitten. Die Gewerkschaft des Verkehrspersonals SEV setzt sich dafür ein, dass die Mitarbeitenden nicht die Zeche für die Krise bezahlen müssen.

©BLS

Die Corona-Pandemie stellt viele Branchen vor grosse Herausforderungen. Der öffentliche Verkehr macht hierbei keine Ausnahme, wie das heute präsentierte Jahresergebnis 2020 der BLS verdeutlicht. Gleichzeitig hat der öV eine wichtige Funktion im Service public und bietet sich nicht zuletzt auch als Teil der Lösung im Klimawandel an. Der SEV ruft deshalb dazu auf, jetzt keine unbedachten Sparübungen loszutreten.

Wie jede Krise wird auch die aktuelle Situation ein Ende haben. Dann ist es umso wichtiger, dass genügend motiviertes Personal vorhanden ist, um die Leistungen im Service public weiter auszubauen. «Die Mitarbeitenden der BLS haben im vergangenen Jahr einmal mehr gezeigt, dass sie auch unter schwierigsten Umständen hervorragende und zuverlässige Arbeit leisten», betont der zuständige SEV-Gewerkschaftssekretär Michael Buletti. «Das Unternehmen kann stolz sein auf seine Mitarbeitenden und soll dies entsprechend wertschätzen. Im Gegensatz zu früheren Jahren wird der ausserordentliche Einsatz der Mitarbeitenden in diesem schwierigen Jahr erfreulicherweise ausdrücklich verdankt.» Es darf jetzt aufgrund von Effizienzmassnahmen nicht zu Kündigungen und zur Verschlechterung der Anstellungsbedingungen kommen.

Vor allem die durch fehlerhaftes Management verursachten Rückzahlungen für zu viel bezogene Abgeltungen soll nicht das Personal ausbaden müssen. Der SEV hofft, dass die BLS nun die nötigen Lehren aus diesen Geschichten gezogen hat.

Der SEV setzt sich weiterhin auch auf politischer Ebene dafür ein, dass die BLS und die gesamte Branche finanziell unterstützt und die durch die Pandemie verursachten Verluste aufgefangen werden.

Weitere Auskünfte:

Michael Buletti, Gewerkschaftssekretär SEV, 079 345 40 05

Defizit wegen Corona, Subventionsaffäre und Korrekturen im Abgeltungswesen

In der anhaltenden Pandemiesituation hat die BLS wie erwartet einen grossen Verlust 2020 präsentiert: 50,8 Mio. auf Konzernebene. Insbesondere in ihrem Geschäftsfeld Personenmobilität hat die Unternehmung stark unter den Corona-Restriktionen und dem damit einhergehenden Passagiereinbruch gelitten: Waren im Jahr 2019 noch 67,7 Mio. Personen mit der BLS unterwegs, reisten in ihren Zügen, Bussen und auf ihren Schiffen im vergangenen Jahr nur noch 50,6 Mio. Personen – rund 25 % weniger. Entsprechend sanken die Einnahmen aus dem Billettverkauf gegenüber 2019 um 44,1 Mio. Franken.

Aber auch die Aufarbeitung der fehlerhaften Offerterstellung der BLS für die Jahre 2012 bis 2018 belastete die Jahresrechnung 2020. Wegen der Nichtberücksichtigung von Halbtaxerlösen hatte die BLS rund 40 Mio. zu viel an Abgeltungen bezogen. Diese 40 Mio. sind bereits in der Jahresrechnung 2019 zurückgestellt worden, doch in der Rechnung 2020 sind nun 9,7 Mio. Franken an Strafzinsen enthalten, nachdem sich die BLS vor Kurzem mit Bund und Kantonen auf eine Rückzahlung von insgesamt 49 Mio. Franken inklusive einem Strafzins von 5 % geeinigt hat.

Weiter hat die BLS in der Jahresrechnung 2020 auch Rückstellungen und Korrekturen im Zusammenhang mit Mietzinsen, Kosten für Lokomotiven und Bahnersatzleistungen vorgenommen, wie die Bahn in ihrer Medienmitteilung vom 9. April schreibt. Sie bereinige damit «verschiedene Sachverhalte im Abgeltungswesen, die von der Eidgenössischen Finanzkontrolle kritisiert worden sind, und passt ihre finanziellen Abläufe an».

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