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Medienkonferenz des Schweizerischen Gewerkschaftsbundes

Hände weg von den Renten der EisenbahnerInnen!

Für die EisenbahnerInnen, Aktive wie auch RentnerInnen, kommt die Sicherheit zuerst. Die Sicherheit spielt in der Bahnbranche eine zentrale Rolle, und die EisenbahnerInnen werden täglich auf Sicherheit «getrimmt». «Safety first» heisst es immer wieder bei der SBB, und das ist auch richtig so.

Giorgio Tuti

Die Sicherheit begleitet die EisenbahnerInnen ein Leben lang, auch über die Pensionierung hinaus. Sicherheit im Alter ist dementsprechend ein zentrales Thema. Wie wichtig ihnen eine (Existenz)-sichernde Rente ist, haben sie im Rahmen der Unterschriftensammlung zur AHVplus-Initiative bewiesen. Der SEV sammelte innert nur 4 Wochen 22‘000 Unterschriften und steuerte so einen bedeutenden Teil an den Sammelerfolg der Initiative bei.

Das Renteneinkommen besteht bekanntlich nicht nur aus der AHV, sondern auch aus der Pensionskassenrente. Hier haben die EisenbahnerInnen nun ein riesiges Problem. Der Stiftungsrat der Pensionskasse SBB plant die Einführung einer variablen Rente, einer «Wackelrente». Das bedeutet nichts anderes, als dass die Rentenhöhe nicht mehr garantiert ist und die Versicherten die Risiken, welchen die Finanzmärkte ausgesetzt sind, voll tragen. Und damit sind die EisenbahnerInnen nicht einverstanden, zu Recht. Es ist ungeheuerlich, so etwas überhaupt zu präsentieren. Im Alter braucht man Sicherheit und kein variables Renteneinkommen; denn die Mieten und die Krankenkassenprämien sind auch nicht variabel.

Die EisenbahnerInnen haben mehrmals bewiesen, wie wichtig ihnen die Rente ist. Sie haben jahrelang für einen einmaligen Bundesbeitrag gekämpft, dies im Zusammenhang mit der ungenügenden Ausfinanzierung der Pensionskasse SBB im 1999. Sie haben zugunsten einer gesunden PK SBB auch Leistungsverschlechterungen und Rentenaltererhöhungen in Kauf genommen. Nach wie vor bezahlen sie Sanierungsbeiträge in der Höhe von 2,5% für eine gesunde Pensionskasse SBB.

Und nun der Hammer! Nach diesen enormen Beiträgen zur Sanierung der Pensionskasse sollen sie nun im Alter auch noch Rentensenkungen in Kauf nehmen. Das geht zu weit!

Hier einige Beispiele dazu:

BerufRente HeuteRente 87,5 %Differenz pro Monat
Gleisbauer2600.-2200.-Minus 400.-
Rangierer2300.-1930.-Minus 370.-
Rail Clean MA1870.-1570.-Minus 300.-
Zugbegleiter3250.-2750.-Minus 500.-
Lokführer3580.-3020.-Minus 560.-

Die Unternehmung SBB gehört zu 100% dem Bund. Es hätte eine riesige Signalwirkung auf weitere Unternehmungen und Pensionskassen, wenn ausgerechnet sie eine Wackelrente einführen würde; das ganze System der 2. Säule würde damit in Frage gestellt. Das Risiko der schwankenden Kapitalmärkte und Renditen würde einzig und alleine auf die Versicherten bzw. die RentnerInnen abgewälzt. Für die Unternehmung mag dies interessant sein, für die Versicherten bringt es nur Unsicherheit und kommt nicht in Frage.

Der Stiftungsrat der PK SBB hat eben erst stolz verkündet, dass die PK SBB noch nie so gut unterwegs war wie jetzt. Das stimmt! Der Deckungsgrad der PK SBB liegt aktuell bei über 100%. Im Jahr 2012 erwirtschaftete die PK SBB eine Rendite von 7,5% und war diesbezüglich unter den 20 besten der Schweiz. Es gibt also wirklich keinen Grund, das soziale Gleichgewicht auszuhebeln!

Wackelrenten sind unzumutbar, beschämend, gefährlich! Aus diesem Grund bekämpfen wir – gewerkschaftlich und politisch –, zusammen mit dem SGB und den angeschlossenen Gewerkschaften dieses ungeheuerliche Vorhaben.

Wir starten diese Woche eine Petition gegen die Wackelrente und werden so tausende von Unterschriften an die Adresse des Stiftungsrates schicken. Weiter läuft die Mobilisierung für die Demo vom 21. September 2013 in Bern. Dort werden die EisenbahnerInnen kraftvoll zeigen, dass sie für Sicherheit sind.

Safety first  – im Erwerbsleben als EisenbahnerInnen ebenso wie als RentnerInnen!

Giorgio Tuti

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