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Zur Unfallursache in Olten

Menschliches Versagen – mehrfach?

Die Gewerkschaft des Verkehrspersonals SEV nimmt von der schnellen Klärung der Unfallursache in Olten Kenntnis. Das Resultat wirft aber neue Fragen auf.

Anscheinend ist der Unfall vom letzten Donnerstag auf eine Fehlmanipulation des einen Lokführers zurückzuführen. Der SEV nimmt dies zur Kenntnis; er hofft, dass der Betroffene die nötige Unterstützung auch durch die SBB erhält.

Der Unfall ist also auf menschliches Versagen zurückzuführen. SEV-Vizepräsident Manuel Avallone stellt jedoch die Frage: «Ist es nicht ebenso menschliches Versagen, die Zufahrt auf eine der Hauptstrecken des schweizerischen Bahnnetzes nicht mit der neusten verfügbaren Sicherungsanlage auszurüsten?» Auch hier hat jemand einmal entschieden; auch dies muss nach Meinung des SEV aus heutiger Sicht als menschliches Versagen beurteilt werden. Der Präsident des Unterverbands des Lokpersonals LPV, Rinaldo Zobele, unterstützt diese Aussage: «Es kann nicht sein, dass nicht alle technischen Sicherheitseinrichtungen, die heute zur Verfügung stehen, eingebaut werden und dann die Schuld einzig auf den Lokführer abgewälzt wird.»

Der SEV und der LPV rufen die SBB auf, ihr Streckennetz auf weitere, vergleichbare Schwachstellen zu überprüfen und unverzüglich den Ausbau der Sicherungsanlagen einzuleiten. Beim angekündigten Ausbau der Sicherungsanlagen auf ETCS Level 1 sind heikle Stellen wie jene in Olten vordringlich zu behandeln. Die Verbesserung der Sicherheit darf nicht an fehlenden Mitteln scheitern.

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