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Rücktritt des Vorsitzenden der Geschäftsleitung RhB

SEV erwartet Konsolidierung und unternehmerische Gesamtsicht

Der SEV ist überrascht von der heutigen Ankündigung von Erwin Rutishauser, den Vorsitz der Geschäftsleitung der Rhätischen Bahn auf Ende Jahr abzugeben. Trotz unterschiedli-cher Positionen beurteilt der SEV die Zusammenarbeit mit Erwin Rutishauser als konstruk-tiv und zukunftsgerichtet.

Unter der Führung von Erwin Rutishauser hat sich die RhB zu einem modernen Bahnbetrieb entwickelt, der internationale Ausstrahlung hat. Im Personalbereich wechselten sich Licht und Schatten: Nach dem mit Entlassungen verbundenen Stellenabbau im Jahre 2006 wird derzeit wieder verstärkt an der Sicherung des Personalbestandes gearbeitet. Obwohl die Arbeitsbelastung konstant sehr hoch ist, konnte eine zusätzliche Ferienwoche eingeführt werden. Im Salärsystem fehlen derzeit aber noch die nötigen Finanzmittel, um die Personalsituation auch längerfristig zu entspannen. Der SEV bedauert den Führungswechsel und wünscht Erwin Rutishauser für die Zukunft schon heute alles Gute. Von einem Nachfolger oder einer Nachfolgerin erwartet der SEV eine Gesamtsicht für das Unternehmen RhB einerseits, aber auch für den öffentlichen Verkehr insgesamt, und eine grosse Offenheit für die Zusammenarbeit mit der Gewerkschaft.

Mit Skepsis nimmt der SEV zur Kenntnis, dass der VR RhB an der Entwicklung einer neuen Strategie zu arbeiten beginnt. «Nach den grossen Umbrüchen der letzten 5 Jahre im Bereich Infrastruktur und Rollmaterial, aber auch grossen Einschnitten im Personalbereich, ist eine längere Phase der Konsolidierung dringend nötig», betont der zuständige SEV Regionalsekretär Peter Peyer. Der massive Druck auf das Personal erträgt keine weiteren neuen Baustellen. Zu Sorge Anlass gibt überdies die ungewisse Finanzsituation. Auf Grund der sich abzeichnenden Sparpläne des Bundes und der zurückhaltenden Finanzpolitik des Kantons ist die Finanzierung der Rhätischen Bahn weder im Unterhalt noch in der Erneuerung gesichert. Völlig offen ist zudem die Finanzierung des im hohem Masse sanierungsbedürftigen Albula-Tunnels. Die neue Führung der RhB ist also auch ohne einen grossen strategischen Kurswechsel genügend gefordert.

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