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Stellungnahme zur Wahl des SBB-Verwaltungsratspräsidenten

Sorgen um Sozialpartnerschaft und Service public

Mit dem Postchef Ulrich Gygi stellt der Bundesrat einen Mann an die Spitze der SBB, der sich bisher nicht gerade als Förderer der Sozialpartnerschaft und des Service public profiliert hat. Der SEV reagiert deshalb zurückhaltend auf diese Wahl.

Der Schweizerische Eisenbahn- und Verkehrspersonal-Verband (SEV) reagiert mit Zurückhaltung auf die Wahl von Ulrich Gygi zum Verwaltungsratspräsidenten der SBB. In seiner bisherigen Funktion als Postchef hat Gygi häufig Positionen vertreten, die den Gewerkschaften Sorgen bereiteten.

Unter Gygis Leitung hat die Post auch wenig Rücksicht auf die Anliegen von Kantonen, Gemeinden und Randregionen genommen, was ein problematisches Verständnis des Service public zeigt.

Positiv ist bei dieser Wahl festzustellen, dass Gygi das politische Umfeld gut kennt und bereits in den öffentlichen Diensten der Schweiz tätig ist. Ein völlig Aussenstehender wäre hier deutlich im Nachteil gewesen.

Der SEV wird den Kontakt zum neuen SBB-Verwaltungsratspräsidenten suchen, auch wenn die genannten Vorbehalte den Anfang nicht einfach machen werden. Der SEV wird Ulrich Gygi auf die Verpflichtung zur Sozialpartnerschaft ansprechen, die die SBB eingegangen ist. Gespannt ist der SEV zudem auf die strategischen Vorstellungen, die der neue Vordenker bezüglich SBB-Cargo hat, und darauf, wie er zur «integrierten Bahn» steht – also zum Unternehmen, das Infrastruktur, Personen- und Güterverkehr als gemeinsames Produkt anbietet.


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