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Schoggi-Aktion in den Morgenzügen

SEV verteilt süsse Grüsse

In rund 40 SBB-Zügen der gesamten Schweiz haben heute Morgen Aktivistinnen und Aktivisten der Gewerkschaft SEV Schokolade an die Reisenden verteilt. Sie haben damit die Benutzerinnen und Benutzer der Bahn darauf hingewiesen, dass die SBB nach wie vor an Abbauplänen beim Personal festhält.

Süsse Überraschung heute Morgen für Tausende von Pendlerinnen und Pendler: Sie haben vom SEV eine kleine Tafel Schokolade erhalten – als Dank dafür, den öffentlichen Verkehr in der Schweiz zu benützen und als Hinweis, dass dieser öffentliche Verkehr seine hervorragende Qualität und Sicherheit dem Personal verdankt.

Bereits seit Montag tragen zahlreiche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der SBB einen Anstecker, der zeigt, wie eine Billettzange das SBB-Logo Loch um Loch abbaut. «Abbau Stop» ist die klare Botschaft, die sich nun auch auf den Schokoladetafeln wiederfindet. Wer nach dem Genuss der feinen Schweizer Milchschokolade die Verpackung genauer betrachtet, findet diese Information: «Der öffentliche Verkehr funktioniert gut und der Schweizerische Eisenbahn- und Verkehrspersonal-Verband dankt Ihnen dafür, dass Sie ihn benutzen. Die SBB-Direktion funktioniert weniger gut und verzögert den Abschluss eines neuen GAV für 2007.»

SEV-Präsident Pierre-Alain Gentil erläutert: «Zwischen dem Personal und den Reisenden besteht eine Wechselbeziehung: Die Reisenden benützen den öffentlichen Verkehr, weil er eine ausgezeichnete Leistung erbringt. Damit ermöglichen sie der Bahn laufend steigende Einnahmen. Doch die Leistung ist ausgezeichnet, weil sich das Personal mit aller Kraft einsetzt. Und dafür hat es eine angemessene Gegenleistung der SBB verdient.» Wenn nun die SBB ihre Leistungen ans Personal reduzieren will, gefährdet sie indirekt die Qualität des Angebots. «Reisende und Personal haben gemeinsame Interessen», hält Gentil fest.

Nach wie vor kommen die Verhandlungen um einen neuen Gesamtarbeitsvertrag äusserst schlecht voran. Anfänglich hat die SBB monatelang ohne jegliche Bewegung an ihren Forderungen festgehalten (eine Stunde länger arbeiten pro Woche, Abbau von Zulagen, Aufweichung des Kündigungsschutzes). Kaum dass echte Verhandlungen in Gang gekommen sind, verlangt sie nun eine Änderung des vereinbarten Ablaufs, um die Arbeitszeiterhöhung durchdrücken zu können, ohne zuvor eine Lohnerhöhung zu vereinbaren.

«Wir sind sehr weit von einer Einigung entfernt», betont SEV-Vizepräsident François Gatabin, der die Verhandlungsdelegation der Gewerkschaften leitet. Sollte es bis Ende Jahr nicht gelingen, einen neuen GAV abzuschliessen, kommt es zu einem vertragslosen Zustand. Damit wären die Gewerkschaften nicht mehr an die Friedenspflicht gebunden. «Leider müssten wir dann wohl zu weniger süssen Mitteln greifen, um die SBB zur Vernunft zu bringen», meint Pierre-Alain Gentil.

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