Altersvorsorge

Rentenabbau? 15 000 x Nein!

15 000 Menschen protestierten letzten Samstag in Bern gegen die Angriffe auf die Renten. Das Signal ans Parlament war klar: Eine AHV-Revision auf dem Rücken der Frauen wird auf heftigen Widerstand stossen, wie auch weiterer Rentenabbau für alle in der 1. und 2. Säule. Der SEV war mit 300 bis 400 Mitgliedern aller Altersgruppen gut vertreten.

Die Kundgebung richtete sich einerseits gegen die Anhebung des Rentenalters für die Frauen von 64 auf 65 Jahre – ein faktischer Rentenabbau, den die Parlamentsmehrheit bisher ohne akzeptable Abfederung durchsetzen will, obwohl die Frauen im Schnitt ein Drittel weniger Rente haben als die Männer. Damit sind sie im Rentenalter sogar noch krasser benachteiligt als im Arbeitsleben beim Lohn usw., ein eigentlicher Skandal.

Doch das breite Bündnis aus Gewerkschaften, Frauengruppen und politischen Parteien, das die Kundgebung organisiert hat, wollte damit auch daran erinnern, dass immer mehr Männer ebenfalls kaum noch von den heutigen Renten aus AHV und beruflicher Vorsorge (sofern vorhanden) leben können. Denn dort, bei der 2. Säule sind die Renten seit Jahren rückläufig. Für diese Probleme müsste das Parlament rasch Lösungen finden, doch die rechte Mehrheit wischt diese unter den Tisch und bereitet gar Rentenkürzungen und einen Abbau des Rentensystems vor.

Die 15 000 Teilnehmenden zogen durch die Strassen der Hauptstadt auf den Bundesplatz, wo eine Reihe von Arbeitnehmerinnen aus verschiedenen Berufen und aus der ganzen Schweiz aufzeigten, welche konkreten Schwierigkeiten auf sie zukommen, wenn das Rentenalter für Frauen erhöht und die AHV geschwächt wird.

Hanny Weissmüller, Präsidentin des SEV-LPV erinnerte an die Realität in unserer öV-Branche. Als Lokführerin arbeitet sie meist sechs Tage hintereinander und steht zwischen halb zwei und drei Uhr morgens für die Frühschicht auf. Die drei freien Tage zwischen den Diensten reichen kaum aus, um sich zu erholen: «Man muss sich noch um die Kinder kümmern, und die haben einen normalen Rhythmus.»

Hanny Weissmüller, Zentralpräsidentin SEV-LPV.

Alle Schichtarbeitenden unserer Branche kennen diese Problematik. Nach dem 60. Lebensjahr arbeiten viele Lokführer nur noch Teilzeit, aber mit entsprechenden Einbussen bei Gehalt und 2 . Säule. Auch Männer machten deutlich, dass die nach Salamitaktik auch für sie geplante Rentenalterserhöhung inakzeptabel ist.

Vivian Bologna / SGB / Fi
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