SEV-Abstimmung
Klares Ja aller vier Berufskategorien zu den neuen BAR bei SBB PP-BP

In der ersten Maihälfte konnten die SEV-Mitglieder, welche von den neu ausgehandelten bereichsspezifischen Arbeitszeitregelungen (BAR) bei der Bahnproduktion des Personenverkehrs SBB betroffen sind, brieflich darüber abstimmen, also mehrere Tausend Kolleg:innen, die bei SBB PP-BP in der Kundenbegleitung, als Lokpersonal, im Cleaning oder im Rangier arbeiten.
Am Montag, 18. Mai zählte die Geschäftsprüfungskommission SEV die retournierten Stimmzettel getrennt nach Berufskategorien aus und kam auf folgende Resultate: Kundenbegleiter:innen 76,8% Ja, Lokpersonal 78,7% Ja, Rangierpersonal 92,1% Ja, Cleaning-Personal 87,7% Ja. Die Stimmbeteiligung betrug mehr als ein Drittel.
Da die Gremien der anderen Sozialpartner das Verhandlungsresultat bereits genehmigt haben, können die neuen BAR somit umgesetzt werden. Dies geschieht in zwei Etappen:
- Die meisten berufsspezifischen Regelungen (Teil B der künftigen neuen BAR) treten per Fahrplanwechsel im Dezember 2026 in Kraft.
- Die neue Einteilungsphilosphie (Teil A der neuen BAR) und die damit verbundenen berufsspezifischen Regelungen werden hingegen erst per Fahrplanwechsel im Dezember 2028 umgesetzt – mit der Einführung des Planungstools IVU.rail, ein Jahr später als ursprünglich geplant.
Der SEV wird auf eine korrekte Umsetzung der neuen BAR achten.
René Zürcher, Gewerkschaftssekretär SEV, Dossierverantwortlicher SBB Personenverkehr
Detaillierte Informationen zu den neuen BAR gibt es in der Online-Broschüre «Neue BAR: Du enscheidest» (PDF zum Download).
Jetzt sind die BAR PP-UHR an der Reihe
Nachdem nun die BAR PP-BP unter Dach und Fach sind, laufen bereits neue BAR-Verhandlungen für den Bereich Unterhalt Rollmaterial des Personenverkehrs SBB (PP-UHR), also für die Werke und Serviceanlagen. Seit dem Kickoff am 20. April haben sich die Delegationen bisher zweimal getroffen und sind somit in die eigentlichen Verhandlungen gestartet.
Im SEV haben die Mitglieder das letzte Wort
Ich bin froh, dass alle vier Berufskategorien das Verhandlungsresultat angenommen haben, weil ich denke, dass wir für alle das Bestmögliche herausgeholt haben. Bei einem Nein von einer oder mehrerer Kategorien hätten wir neue Lösungen suchen müssen, die aber wohl letztlich kaum besser herauskämen als die vorliegenden. Diese können wir nun umsetzen und werden dabei gut aufpassen, dass das Abgemachte eingehalten wird.
Das Ja der Mitglieder ist auch ein Zeichen des Vertrauens in unsere Verhandlungsdelegation: Milizgewerkschafter:innen haben darin während den zehnmonatigen Verhandlungen eine Schlüsselrolle gespielt. Sie konnten ihre täglichen Erfahrungen und die Bedürfnisse ihrer Kolleginnen und Kollegen direkt einbringen. Und danach waren sie zusammen mit weiteren engagierten Kolleg:innen unserer Unterverbände und Sektionen im ganzen Land unterwegs. An Infoveranstaltungen haben sie das Verhandlungsresultat den Betroffenen im Detail erklärt und diese so für das Ja gewonnen – auch wenn wir wie bei jeder Verhandlung gewisse Kompromisse eingehen mussten neben den Verbesserungen, die wir für alle vier Berufskategorien erreicht haben. Dazu gehört für das Personal der Kundenbegleitung auch die separate Vereinbarung zur Zweierbegleitung in Zügen zwischen 22 und 4 Uhr oder in sonst erhöhter Sicherheitslage.
Basisabstimmungen sind mit einigem Aufwand und naturgemäss mit dem Risiko eines Neins verbunden. Aber manchmal sind sie nötig und zeigen, dass im SEV wirklich die Mitglieder das letzte Wort haben.
Kommentar von René Zürcher. Er ist Gewerkschaftssekretär des SEV und Leiter der personalseitigen Verhandlungsdelegation BAR.
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