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Neu im SEV

Patrick Kummer

Seit 1. April ist Patrick Kummer als SEV-Gewerkschaftssekretär für die SBB-Divisionen Konzernbereiche und Immobilien zuständig, und für das Login-Personal. Zudem ist er im Lohnteam des SEV.

Patrick Kummer wuchs im Limmattal im Kanton ZH auf. Er machte eine kaufmännische Lehre bei Danzas (heute DHL) und wechselte danach zu Panalpina. Nach dem Militär und Aufenthalten in Nordamerika und Nepal (in einem Hilfsprojekt) machte er an der Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften ZHAW den Bachelor in Betriebsökonomie. Daneben arbeitete er im HR der Stiftung ESPAS für die soziale und berufliche Integration von Menschen, die aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr voll leistungsfähig sind. In einer befristeten Anstellung bei Swiss Olympic in Ittigen bei Bern beriet er Organisatoren von Sportanlässen bezüglich Jugendschutz und Nachhaltigkeit. Danach war er anderthalb Jahre beim Bundesamt für Informatik und Telekommunikation BIT in der Personalentwicklung tätig und zwei Jahre bei der RM Group im Business Development für Personalverleih mit Fokus Bund und bundesnahe Betriebe. Dieses Geschäft erlebte er als allzu gewinnorientiert. Darum wechselte er im Januar 2016 auf die Arbeitnehmerseite: Er wurde beim Kaufmännischen Verband Laufbahnberater der Region BL/AG/BE und nach einem Jahr Leiter der Geschäftsstelle des Kantonalverbands und dreier Sektionen im Aargau.

Dort beschäftigten ihn neben dem Tagesgeschäft vor allem die Fusion von KV-Sektionen, KV-interne Strukturreformen und die drohende Schliessung von Berufsschulen im Zuge der Aargauer Bildungsreform. Auf die SEV-Stellenausschreibung meldete er sich, weil er mehr direkten Kontakt zu Mitgliedern wünscht und mehr eigentliche gewerkschaftliche Arbeit machen will. Das stärkere politische Engagement des SEV für Arbeitnehmende und Service public entspricht auch mehr seiner Position. Zudem kann er seine Berufserfahrung in HR, Personalentwicklung und Temporärvermittlung gut einbringen, neben seinen Weiterbildungen in Erwachsenenbildung, Coaching und Projektmanagement.

Temporärarbeit, Laufbahnplanung und Digitalisierung

In der Tat gibt es in den von Patrick Kummer betreuten SBB-Divisionen etliche temporäre Mitarbeitende. «Angesichts der grossen Margen der Vermittler wären direkte Anstellungen für Mitarbeitende und Arbeitgeber im Grunde vorteilhafter», sagt Patrick. Er weiss auch um die zunehmende Bedeutung der Laufbahnplanung und der Weiterbildung. «Hier kommt dem SEV eine wichtige Rolle zu. Weniger, indem er die Mitglieder selber berät und weiterbildet, sondern indem er den Mitarbeitenden den Zugang zu diesen Dienstleistungen sichert und die Arbeitgeber in die Pflicht nimmt.»

Aus eigener Erfahrung kennt Patrick auch die neuen flexiblen Arbeitsformen, bei denen man an verschiedenen Orten arbeitet. Oder zu Hause am Abend, nachdem man/frau die Kinder in der Tagesstätte abgeholt und betreut hat. «Der SEV will dafür sorgen, dass die Mitarbeitenden von den Vorteilen der digitalen Arbeitsformen profitieren können und die Nachteile nicht ausufern. Wichtig ist ein Recht auf Nichterreichbarkeit, wie im neuen GAV SBB enthalten. Arbeitszeit muss festgehalten und Überzeit bezahlt oder kompensiert werden.»

Reorganisationen

Eine Herausforderung für die SBB-Mitarbeitenden sind auch die ständigen Reorganisationen, wie im Moment gerade «Operating Model Finance» (OMF). «Kolleg/innen haben Angst um ihre Stelle, manche leiden an Überbelastung, Stress, Schlafstörungen und weiteren gesundheitlichen Problemen», sagt Patrick. Sei eine Reorganisation nachvollziehbar, begleite sie der SEV, indem er auf eine korrekte, personalverträgliche Umsetzung poche und die Betroffenen bei Bedarf unterstütze. «Weil der Fachkräftemangel zunimmt, sollte die SBB auch aus Eigeninteresse alles daran setzen, das Personal zu fördern, weiterzuentwickeln und gut zu behandeln, damit sie auf dem Arbeitsmarkt attraktiv ist.»

Wie will Patrick Kummer den Organisationsgrad des SEV in «seinen» SBB-Divisionen halten und erhöhen? «Viele jüngere Mitarbeitende sind mit Gewerkschaften noch nie in Kontakt gekommen und wissen gar nicht, was der SEV z.B. bei GAV-Verhandlungen für sie erreicht hat. Der Vaterschaftsurlaub von 20 Tagen bei der SBB ist nur ein Beispiel davon. Das müssen wir ihnen erklären und sie so vom Nutzen des Beitritts überzeugen. Gemeinsam sind wir stark, das gilt auch im digitalen Zeitalter.»

Patrick Kummer lebt mit seiner Frau und seinen beiden Buben (3 und 22 Monate) in Bern. In seiner Freizeit lief er Marathons und Halbmarathons, aktuell fehlt ihm dafür jedoch die Zeit.

Markus Fischer
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