| Aktuell / SEV Zeitung

Grosse Anteilnahme an Gedenkminute für den tragisch verunglückten SEV-Kollegen

Mit einem Pfeifkonzert verabschiedete sich das Zug- und Lokpersonal von ihrem am Sonntag tödlich verunfallten Berufs- und SEV-Kollegen.

Am Freitagnachmittag um 13 Uhr versammelte sich das Zug- und Lokpersonal im HB Zürich, um von ihrem Berufs- und SEV-Kollegen Abschied zu nehmen, der am vergangenen Sonntag bei einem tragischen Arbeitsunfall sein Leben verlor. Das Zugpersonal blies in die Pfeifen und auch die Lokführer in den Zügen stimmten in das Konzert ein - für alle Anwesenden ein sehr emotionaler und ergreifender Moment. Im Anschluss folgte eine kurze Rede und eine Schweigeminute. 

"Der Schock, die Betroffenheit, die Trauer waren riesig", sagt SEV-Präsident Giorgio Tuti in seiner kurzen Ansprache. 

Auch Toni Häne, Leiter Personenverkehr SBB, sprach den Anwesenden sein tief empfundenes Beileid aus. 

Kommentare

  • Eduard Giger

    Eduard Giger 10/08/2019 16:08:52

    Geschätzter Herr Menet

    Herzliches Beileid zu diesem ausserordentlich tragischen Unfall.
    Ich kann Ihre Bestürzung und ihre emotionalen Äusserungen verstehen.

    Doch nach Überwindung des Schocks ist es unbedingt erforderlich, das Unfallereignis präzise zu analysieren und die Ursachen für das Versagen des Sicherheitssystems zu ermitteln.

    Der wichtigste Satz in der Aussage von Herr Philippe Thürler lautet:
    "Die Kontrolllampe im Führerstand war erloschen, weshalb der Lokomotivführer losfuhr."

    Die Kernfrage lautet somit:
    Wieso brennt die Kontrolllampe nicht mehr obwohl im 5. Wagen eine Türe nicht ganz geschlossen ist, da eine Person eingeklemmt ist ?

    Die Folgefrage lautet:
    Handelt es sich um einen Hardware- oder Softwarefehler ?

    Schlussfolgerung:
    Erst nach Ergebnis dieser Untersuchungen ist eine Kontrolle sämtlicher 493 Wagen, resp.
    1'972 Türen zweckentsprechend.

    Ich wünsche Ihnen und ihrem Arbeitgeber guten Erfolg bei der Problemlösung.

    Eduard Giger

  • Beat Jurt

    Beat Jurt 14/08/2019 14:39:23

    Mit tiefer Bestürzung und Trauer und dem tiefen Beileid gegenüber den Angehörigen, ist es nun sehr wichtig die richtigen Schlüsse (endlich) daraus zu ziehen. Die Kurzanalyse von Eduard Giger ist richtig, was den aktuellen Unfall betrifft. Die Flotte der sonst sehr zuverlässigen EW4 Flotte, hat nicht den technischen Stand der neuen, hoch komplexen Fahrzeugflotte. Die Ueberwachung gerade der Türsysteme (nicht nur Einklemmschutz), sondern an auch 13/18 Pool und der Rückmeldung an die Lok/Zugführenden sind hier äusserst diffizil und gerade im Unterhalt sehr Zeitintensiv. Da die Zeitintervalle (modular) leider immer knapper berechnet werden, wird es heikel.Als langjähriger Mitarbeiter im technischen Wagendienst (ehemals Visiteur, jetzt neu Fahrzeugdiagnose) wurden nicht nur im Unterhalt, sondern auch im Feld sehr seriöse Funktions (FK)- und Einsatzkontrollen (EK) durchgeführt. Heute (auch durch neue Technologien) und leider auch fehlender, oder nicht praxisbezogener Bildung und zum grossen Teil auch durch zu knappe Zeitfenster bei Unterhalt und Zugsübernahmen, wird dies teilweise nicht mehr benötigt oder ungenügend ausgeführt. Bei einer seriösen, guten EK/FK vor Zugsübernahme (Tür Funktionskontrolle) im Feld oder im Bahnhof wäre wohl diese Türe abgeschlossen, gesichert und mit Muster S Türe defekt ausser Betrieb gesetzt worden. Trotz aller neuen und sehr guten Technologien (Ueberwachungs Bildschirme/Leittechnologie usw.) wäre es gut die Zeiten für eine saubere und sichere Zugsübergabe durch mehr Zeit und Fachpersonal zu gewähren. Leider hat es mit dem Slogan *jeder kann Alles* nicht geklappt. Die jetzt sofort ausgelösten Kontrollaktionen sind o.K. (habe die letzte bei den EW4 noch selber aktiv miterlebt). Besser wäre es aber die Kontrollen von wichtigsten (sicherheitsrelevant) Funktionen wieder vor jeder Tagestour einer Zugskomposition durchzuführen. Auf jeden Fall bei den EW4 Komposition sollte dies jetzt bis auf weiteres erfolgen. Als jetzt neuer Berufsruheständler hoffe ich für die Zukunft auf bessere Presse gegenüber den SBB, wobei gewisse Videosequenzen (10 vor 10) falsche Aussagen machen. Hier erwarte ich seriöses richtiges Recherchieren!

Kommentar schreiben