Keine Kurzarbeit im öffentlichen Verkehr

Das SECO sagt Nein zu Kurzarbeit - Arbeitszeiten und Löhne müssen garantiert werden!

© Flickr/ Kecko

In einem Schreiben mit Datum vom 14. April gibt das SECO dem SEV Recht in seinen Zweifeln zur Anordnung von Kurzarbeit in Unternehmen des öffentlichen Verkehrs.

Nach über einem Monat Lockdown können wir langsam das Ende des Tunnels sehen. Der Weg dorthin ist aber noch weit und ungewiss. Die Situation für den öffentlichen Verkehr hat sich verändert, insbesondere in der Frage der Kurzarbeit. Das Seco hat die Zweifel des SEV bestätigt: Tatsächlich dient Kurzarbeit dazu, den Unternehmen zu helfen, eine Durststrecke zu bewältigen und den Konkurs zu verhindern. Die Verkehrsunternehmen sind mehrheitlich von der öffentlichen Hand finanziert (Bund, Kantone, Gemeinden) und deshalb nicht vom Konkurs bedroht. Nichtsdestotrotz können sie in Schieflage geraten. Die öV-Unternehmen spielen in dieser Krise eine wichtige Rolle, verzeichnen aber zum Teil enorme finanzielle Einbussen. Wir werden mit ihnen für eine ausserordentliche finanzielle Unterstützung kämpfen, im Interesse der Mitarbeitenden und des gesamten öV.

In diesem Sinne hält der SEV an seinen Forderungen fest, die er seit Beginn der Krise stellt. Der Schutz der Gesundheit muss durch angemessene Massnahmen garantiert sein. Diese liegen in der Verantwortung der Arbeitgeber. An dieser Stelle sei erwähnt, dass der Bundesrat in der Frage der besonders gefährdeten Personen einen Rückzieher gemacht hat: Sie dürfen wieder zu Hause bleiben. Der Druck der Gewerkschaften hat Wirkung gezeigt. Der SEV fordert, dass die Löhne zu 100 % garantiert sind und die Arbeitszeitguthaben per 16. März eingefroren werden. Die Jahresplanung muss aufrechterhalten werden, sei es in Bezug auf die Arbeitszeit als auch auf Ferien. Jede Anpassung muss mit dem SEV verhandelt werden. Für einige mögen diese Forderungen angemessen sein, für andere gehen sie zu weit. Wir halten daran fest, komme was wolle, denn die Arbeitnehmenden sollen nicht für eine Krise bezahlen müssen, für die sie nichts können.

Unsere Forderungen reihen sich ein in die Forderungen des Schweizerischen Gewerkschaftsbunds. Für den SGB ist der Erhalt der Kaufkraft und der Arbeitsplätze die beste Strategie, um aus dieser Krise herauszukommen. Berufstätige mit tieferen und mittleren Einkommen müssen bei Kurzarbeit deshalb 100 % Lohnersatz erhalten. Unternehmen, die staatliche Finanzhilfen erhalten, dürfen aufgrund der Krise niemanden entlassen.

Sind die Forderungen der Gewerkschaften unverhältnismässig? Die Gewerkschaften des SGB verzeichnen aktuell einen Anstieg der Mitgliederzahlen. Wir werten dies als deutliches Zeichen für ihre Glaubwürdigkeit; und dafür, dass ihre Arbeit sehr geschätzt wird.

Der SEV wird nicht nachlassen und die Rechte und Interessen seiner Mitglieder und aller Angestellten der Branche hartnäckig verteidigen. In diesen schwierigen Zeiten ist es wichtig, dass wir noch zahlreicher werden.

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