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Peko-Tagung des SEV

Viel Skepsis zur neuen Mitwirkung bei der SBB

Rund 90 SEV-Mitglieder, die in SBB-Personalkommissionen aktiv sind, diskutierten am letzten Freitag in Bern über die Veränderungen bei der Mitwirkung, die SBB und Gewerkschaften im Juni vereinbart haben. Die Grundstimmung war sehr kritisch.

In Gruppen wurde diskutiert, welche Probleme mit der neuen Mitwirkung auf die Peko zukommen.

«Ziel der Tagung ist, Fragen zur neuen Mitwirkung zu beantworten und herauszufinden, wo die grössten Probleme zu erwarten sind. Diese will der SEV an weiteren Veranstaltungen thematisieren, um Lösungen zu finden», sagte SEV-Vizepräsident Manuel Avallone einleitend. Zur Umsetzung der neuen Mitwirkung hielt er fest, dass diese gemäss Vereinbarung nur in Kraft tritt, falls der GAV SBB/SBB Cargo neu ausgehandelt wird. Liefe der GAV unverändert weiter, bliebe die Mitwirkung unverändert. Wahrscheinlicher sei aber, dass Anfang 2019 ein neuer GAV in Kraft tritt. Dann werden im ersten Semester 2019 alle Peko neu gewählt und starten am 1. Juli 2019. Bis dahin würden die jetzigen Peko nach den jetzigen Regeln weiterarbeiten.

Viele Fragen und Sorgen

Gewerkschaftssekretär Jürg Hurni stellte die Vereinbarung im Plenum vor. Darauf folgte eine Diskussion in Gruppen und die Präsentation der Resultate wieder im Plenum.

Viele Mitglieder der Peko befürchten, dass diese durch die Reduktion der Sitzzahl geschwächt werden. Sie forderten, dass die sprachliche und geografische Abdeckung gewährleistet bleibt (wie es die Vereinbarung verlangt) und dass genügend Zeit für die Peko-Arbeit zur Verfügung stehen muss. Jürg Hurni stellte klar, dass die SBB verpflichtet ist, den Peko für die Begleitung von Reorganisationsprojekten falls nötig mehr Zeit zu geben. Und dass sie die Peko nicht mit Projektarbeit überhäufen darf.

Peko-Zusammenlegungen sorgen für Kopfschütteln

Die Peko Fläche werden insgesamt bei etwas weniger Sitzen über mehr Arbeitszeit verfügen als bisher, doch sind bei ihnen Zusammenlegungen geplant, die auf heftige Kritik stiessen. So sollen z.B. die Fahrzeugindustrie-Werke nicht mehr je eine eigene Peko haben, sondern zwei gesamtschweizerische Peko FZI und MLO (Materiallogistik). «Das findet der SEV auch nicht gut», sagte Jürg Hurni. «Wo so viele Mitarbeitende am gleichen Ort arbeiten, scheint uns eine örtliche Peko nötig. Doch die SBB hat auf der Zusammenlegung bestanden.»

«Wir alle sind der SEV»

Einige Teilnehmende warnten, dass die Suche nach neuen Peko-Mitgliedern anspruchsvoller werden könnte. Der SEV müsse die Wahlen umso besser vorbereiten. «Wir alle sind der SEV», betonte ein Kollege, «wir müssen alle mithelfen, vor allem auch Jüngere für die Peko motivieren und diese einführen.» Auch Beat Schellenberg, Präsident der Peko Konzern, appellierte an alle, ihre Erfahrungen weiter einzubringen. Bis September 2018 müsse alles bereit sein, was die Peko-Selbstverwaltung betrifft.

Dieses Spiel zeigte, dass man miteinander sprechen muss, um einen Meter zusammen hinzulegen. Das gilt für viele kollektive Aufgaben.

«Engagiert euch bitte weiter», bat Manuel Avallone. «Zusammen bringen wir das neue System zum Tragen. Ich bin nach wie vor überzeugt, dass die Stärkung der Mitwirkung in der Fläche richtig ist und funktionieren wird.» Sonst hätte die Verhandlungsdelegation der Vereinbarung nie zugestimmt, und auch die GAV-Konferenz nicht. Die Forderung nach einer Stärkung der Peko Fläche sei von der SEV-Basis gekommen. «Im Voraus zu sagen, dass sie nicht funktioniert, ist allzu pessimistisch.»

Markus Fischer

 

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