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Europa

SEV leitet sozialen Dialog der Bahnen

Letzten Freitag übernahm SEV-Präsident Giorgio Tuti als Präsident der Sektion Eisenbahn der Europäischen Transportarbeiter-Föderation (ETF) den Vorsitz des sektoralen sozialen Dialogs der Branche Bahn im Rahmen der Europäischen Union. In dieser Funktion kommt ihm in den nächsten zwei Jahren bei der Dumping-Bekämpfung eine äusserst wichtige Rolle zu.

Von links Sabine Trier, stv. Generalsekretärin der ETF, Giorgio Tuti, Präsident der ETF-Sektion Bahn und Maria Cristina Marzola, Sektionsvizepräsidentin.

Giorgio Tuti giert nicht nach Glanz und Gloria, Orden und Blumen. Aber seine Wahl vom letzten Freitag als Vorsitzender des europäischen sozialen Dialogs im Bahnsektor ist eine äusserst gute Nachricht für das Personal der europäischen Eisenbahnunternehmen, denn er bringt seine langjährigen Erfahrungen mit Verhandlungen in der Schweiz mit. «Meine 20 Jahre beim SEV werden mir bei der Leitung des Sozialdialogs der Eisenbahnbranche unleugbar helfen. Dieser Sozialdialog, eine paritätisch aus Vertretern der Arbeitgeber und der Arbeitnehmer zusammengesetzte Plattform, muss weiterentwickelt werden. Die schweizerische Kultur des Dialogs und der Sozialpartnerschaft ist ein wertvoller Trumpf», bestätigt der SEV-Präsident.

Kampf gegen Liberalisierung, Privatisierung und Dumping

Rund 850'000 Eisenbahner/innen sind von den Rahmenbedingungen betroffen, die die Europäische Union aufstellt. «Der Sozialdialog kann Empfehlungen für die Bahnbranche herausgeben oder zwingende Vereinbarungen beschliessen», erklärt Giorgio Tuti.

Zuerst tagten am Donnerstag, 30. November in Brüssel die Delegierten der Sektion Eisenbahn der Europäischen Transportarbeiter-Föderation (ETF), die Tuti seit Ende Mai präsidiert, und verabschiedeten ein Aktionsprogramm mit drei Prioritäten: Kampf gegen die Privatisierung, Kampf gegen die Liberalisierung und Kampf gegen das Dumping. «Unser Aktionsplan sieht insbesondere vor, gute und schlechte Praktiken im Umgang mit Dumping in Europa zu dokumentieren. Wir wollen das Lohn-, Arbeitszeit- und Sozialdumping bekämpfen, das auch die Sicherheit des Bahnverkehrs gefährdet», so Giorgio Tuti.

Erste Verhandlungen zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern

Am Freitag fand dann die erste gemeinsame Sitzung von Arbeitgebern und Arbeitnehmern der neuen Amtszeit des sozialen Dialogs im Bahnsektor statt. Mit welchem Ergebnis? Giorgio Tuti fasst zusammen: «Wir haben ein Arbeitsprogramm verabschiedet, ein Dokument, das in den letzten Jahren gefehlt hat. Es sieht insbesondere vor, den Anteil der Frauen bei der Bahn zu erhöhen, ein Projekt über die Auswirkungen der Digitalisierung auf die Beschäftigung in Angriff zu nehmen und die Sicherheit in der Branche zu verbessern.»

Vivian Bologna/pan.

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