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Langensee-Schifffahrt: 2018 braucht das NLM-Personal weiterhin viel Solidarität für die GAV-Verhandlungen

NLM: Löhne bleiben ein Jahr lang unverändert

Nach langem, mutigem Kampf steht fest: Der neue Arbeitgeber übernimmt alle Angestellten und behält die heutigen Löhne ein Jahr lang bei.

Am 6. Dezember stimmte das versammelte NLM-Personal in Locarno der Lösung zu, welche am Vortag in Bellinzona einer Delegation von Personal und Gewerkschaften vorgestellt wurde. Die Kolleg/innen reagierten weder mit Triumphgeheul noch mit Freudenausbrüchen, sondern mit einem grossen Seufzer der Erleichterung und Befriedigung darüber, dass sich der entschlossene Kampf doch gelohnt hat. Auch wenn in der Zwischenzeit schon einige Kollegen gekündigt haben und 2018 weiterhin viel zu tun bleibt. Doch das erste Kapitel dieser aussergewöhnlichen Geschichte endete gut.

Aber das kommende Jahr wird nicht leicht werden, denn nun beginnen die Verhandlungen zum neuen GAV. Das NLM-Personal wird die Solidarität der Bevölkerung weiter benötigen. Die Gewerkschaften sind auf die Verhandlungen mit Agostino Ferrazzini, CEO der Luganersee-Schifffahrt SNL, vorbereitet. Sie wollen konstruktiv verhandeln und ihr Möglichstes tun, um die Rahmenbedingungen der Schifffahrt zu verbessern. Diese ist im Tessin für den Tourismus unverzichtbar und ein wichtiger Arbeitgeber.

«Das erste Kapitel endlich abzuschliessen war wichtig, denn die Angestellten warteten seit ihrer Entlassung im Juli auf konkrete Zusicherungen für ihre berufliche Zukunft», sagt SEV-Gewerkschaftssekretär Angelo Stroppini, der die Verhandlungsgemeinschaft von SEV, Unia und OCST weiter leiten wird. «2018 wird es darum gehen, die Arbeits- und Lohnbedingungen auf solidem Niveau zu sichern. Das ist das Mindeste, was wir für eine stabile, zukunftsfähige Beschäftigung auf den beiden Seen brauchen. Dafür können und sollen nicht nur die direktbetroffenen Sozialpartner garantieren, sondern auch fortschrittliche Rahmenbedingungen für die ganze Branche Schiff.»

Einen Beitrag zur Lösung erwartet Angelo Stroppini nicht nur vom Kanton, sondern auch von den Ufergemeinden. «Diese leben vom See und müssen bereit sein, mehr in ihn zu investieren. Darum muss der SEV nicht nur gewerkschaftlich und auf Betriebsebene aktiv sein, sondern auch politisch, um die Schifffahrt zu stärken.»

Françoise Gehring/pan.

Kommentare

  • Müller Kurt

    Müller Kurt 21/12/2017 08:26:38

    Dem Personal und den SEV Verantwortlichen sein Dank für diesen Erfolg und das Aushalten.
    Nun sind wirklich die Politiker der Anreinergemeinden und insbesondere die Stadt Locarno
    verpflichtet ihren Beitrag für den anschliessenden GAV zu leisten. Alle Gemeinde sind auf den
    Torurismus im Zusammenhang mit einer funktionierenden Schifffahrt und dessen Personal angewiesen. Wer das politisch nicht begreift, ist am falschen Ort.

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