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Transports Martigny et Régions SA

TMR-Personal fordert GAV seit zehn Jahren

Das Personal der TMR hat genug davon, beim einzigen Westschweizer öV-Unternehmen zu arbeiten, das noch keinen Gesamtarbeitsvertrag hat. Der SEV verlangt baldige Verhandlungen.

Béatrice Rieder, Präsidentin VPT TMR und Tony Mainolfi (Mitte) diskutieren mit einem Kollegen in der Werkstätte von Vernayaz.

Letzten Donnerstag markierte der Vorstand der VPT-Sektion TMR gleich an mehreren Orten Präsenz, um die Kolleg/innen über die Segnungen eines GAV zu informieren. Aber auch, um sie zu fragen, was sie davon halten, dass ihr Unternehmen heute in der Westschweiz das letzte öV-Unternehmen ist, das noch keinen GAV unterzeichnet hat. Das Feedback war eindeutig: Das TMR-Personal will, dass der SEV mit der Direktion Verhandlungen aufnimmt, um einen GAV abzuschliessen.

Kaffee, Gipfeli und Diskussionen gab es in den Werkstätten, bei der Infrastruktur und in den Bahnhöfen. Überall war sich das Personal einig, dass das aktuelle Reglement nicht mehr genügt. «Die Direktion kann darin Bestimmungen streichen oder einfügen, wie es ihr beliebt», erklärte SEV-Gewerkschaftssekretär Tony Mainolfi. «Diese Freiheit möchte die Direktion sicher gerne behalten, doch ein GAV ist ein Garant für Stabilität und für einen soliden, nachhaltigen Dialog.»

Ein GAV bietet Vorteile für beide Seiten

Das Personal weiss genau, worum es geht, und dass ihm der ersehnte GAV nicht einfach in den Schoss fallen wird. Denn seit fast zehn Jahren hat die VPT-Sektion TMR immer wieder einen GAV gefordert und ist bei der Direktion jedes Mal abgeblitzt. Obwohl ein GAV auch für das Unternehmen von Vorteil wäre, wie SEV-Vizepräsidentin Barbara Spalinger, ebenfalls vor Ort, in Erinnerung rief: «In Zeiten, wo die öffentliche Hand mit finanziellen Schwierigkeiten konfrontiert ist, gibt ein GAV den Unternehmen Rückhalt. Er hilft ihnen, ihre soziale und unternehmerische Verantwortung ins Feld zu führen, wenn sie sich gegen Budgetkürzungen wehren müssen.»

Die Mitarbeitenden aller Bereiche samt den Busfahrer/innen, deren Statuten man heute zumindest als prekär bezeichnen muss, haben wenig Verständnis dafür, dass eine Unternehmung, die mit «unseren Steuern» finanziert wird, keinen GAV unterzeichnen will.

Gestärkt durch den Rückhalt und das Mandat der Basis wird der SEV nun die Direktion ersuchen, möglichst bald mit ihm GAV-Verhandlungen aufzunehmen. Falls sie sich weigert, wird der SEV zusammen mit dem Sektionsvorstand und den Mitgliedern über das weitere Vorgehen entscheiden. Sicher ist, dass die Basis fest entschlossen ist, diesem Sonderfall ein Ende zu setzen.

Vivian Bologna/Fi

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